1. Oktober 2012 - Google Mobile App Analytics

Webanalyse: Darauf müssen Sie im mobilen Internet achten

Die steigende Zahl der Smartphone-Nutzer lässt die Webanalyse im mobilen Internet immer interessanter werden. Verschiedene Dienste bieten entsprechende Analysen an, darunter Google mit Mobile App Analytics. Ein Blick in die möglichen Berichte lohnt sich.

worauf-bei-der-webanalyse-im-mobilen-internet-geachtet-werden-sollte.jpeg
Webanalyse-Dienste bieten ausführliche Informationen zu den Interessen der Smartphone-Nutzer. Jedoch sollten bestimmte Anforderungen berücksichtigt werden (Bild: Thinkstock)

Mobile Internetnutzer im Fokus

Das mobile Internet wird für die Wirtschaft immer interessanter: Jeder dritte Deutsche besitzt ein Smartphone, die mobilen Datendienste boomen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die mobilen Internetnutzer bei Webanalysen zur Reichweiten-Messung von Internetangeboten zunehmend im Fokus stehen. So stellt sich unter anderem die Frage, mit welchem mobilen Betriebssystem vorwiegend zugegriffen wird und welche mobilen Endgeräte genutzt werden. Diese Informationen erlauben eine Optimierung des mobilen Internetangebotes.

Webanalysen im mobilen Netz können mehr

Auskünfte über die Betriebssysteme und Endgerät-Typen der Nutzer liefern die Webanalysen schon seit langem. Das mobile Internet hat jedoch mehr zu bieten, Informationen über den Nutzerstandort, die über eine Auswertung des genutzten Internetzugangs hinausgehen. Webanalysen im mobilen Internet könnten den Nutzer lokalisieren und das ziemlich genau. Über eine zusätzliche Auswertung der Geräteinformationen wie International Mobile Equipment Identity (IMEI), Unique Device Identifier (UDID) und Media Access Control (MAC) Address wäre zudem eine Gerätezuordnung möglich. Bewegungsprofile und Interessenprofile der mobilen Nutzer wären so technisch sehr genau möglich.

Anforderungen an Webanalysen auch im mobilen Internet

Doch die Anforderungen an eine datenschutzkonforme Webanalyse gelten natürlich auch im mobilen Internet. Fragt sich nur, ob alle bereits für das mobile Internet verfügbaren Dienste die Anforderungen erfüllen, die zum Beispiel in Verbindung mit der Diskussion um Google Analytics formuliert wurden. Beispiele für solche Dienste sind Google Mobile App Analytics und Flurry. Wenn sich Ihr Unternehmen für eine Analyse der eigenen mobilen Internetangebote interessiert, sollten Sie sich den geplanten Webanalyse-Dienst genau ansehen.

Umfangreiche Analysemöglichkeiten werden versprochen

Ein Dienst wie Flurry bietet zum Beispiel Berichte mit Schätzungen zum Alter, Geschlecht und zu den Interessen der Nutzer. Bei Flurry Personas werden die Nutzer bestimmten Kategorien zugeordnet, damit mobile Anbieter noch genauer erfahren können, welche Zielgruppen ihre Angebote nutzen. Unterschieden werden zum Beispiel Personen, die sich für Finanzthemen interessieren, die geschäftlich verreisen, die Musik, Fernsehen oder Bücher mögen, die sich für Gartenthemen, Autos oder Mode interessieren, die aus Katalogen bestellen oder die auf der Suche nach einem Lebenspartner sein könnten. Basis ist die laut Flurry anonymisierte Auswertung der Nutzung von über 200.000 Apps im Flurry-Netzwerk.

Google bietet in seinen Analysen der mobilen Internetnutzung unter anderem Informationen zu den Sprachen der Nutzer, den Betriebssystemen und Endgeräten der Nutzer, der geografischen Herkunft (unter Umständen auf der Ebene von Städten), unterscheidet neue und bereits aktive Nutzer und wertet die genauen Aktivitäten mit den Apps aus, wie Downloads, Käufe oder Empfehlungen an Dritte. Google anonymisiert dabei nach eigenen Angaben die Nutzungsdaten und stellt keinen Bezug zu bestimmten Nutzern oder Geräten her.

Kritische Datensammlung prüfen

Bei jedem Webanalyse-Dienst sollten Sie zum Beispiel hinterfragen, ob

  • die mobilen Internetnutzer dem Tracking als Basis der Webanalysen widersprechen können,
  • nur pseudonyme oder anonyme Nutzungsdaten in die Analysen einfließen,
  • die Nutzungsdaten von dem Analyse-Dienst nach Erfüllung ihres Zwecks gelöscht werden,
  • die mobilen Nutzer über das Tracking und die Widerspruchsmöglichkeit auch informiert werden,
  • keine ungekürzten IP-Adressen und Gerätekennungen gespeichert werden, wenn keine ausdrückliche Einwilligung seitens des Betroffenen dafür vorliegt,
  • die Anforderungen aus der Auftragskontrolle (Auftragsdatenverarbeitung) durch den Analyse-Dienst erfüllt werden.

Nur Webanalyse-Dienste, die diese Anforderungen erfüllen und auf die Speicherung von genauen Standortdaten ohne entsprechende Einwilligung des Betroffenen verzichten, sollten von Ihrem Unternehmen in Erwägung gezogen werden. Nutzen Sie zur Prüfung geplanter Analyse-Dienste am besten die aktuelle Checkliste.


Download:


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln