21. November 2011 - Verfügbarkeitskontrolle

Was steht in Ihrer Feuerversicherung?

Was hat eine Feuerversicherung mit dem Datenschutz zu tun? Eine ganze Menge! Bei Ihrer Verfügbarkeitskontrolle sollten Sie deshalb auch die Versicherungsunterlagen in Augenschein nehmen.

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Datenverlust droht auch bei einem Brand im Unternehmen (Bild: Thinkstock)

Kennen Sie die Betriebsversicherungen?

Als ob Sie als betrieblicher Datenschutzbeauftragter nicht bereits genug Aufgaben hätten, kommt Ihr Einkauf zu Ihnen und bittet Sie um Prüfung bestimmter Versicherungsunterlagen. Anstatt sich darüber zu wundern oder gar zu ärgern, sollten Sie sich freuen. Da hat jemand mitgedacht! Tatsächlich sind Betriebsversicherungen wie die Feuerversicherung mit dem Datenschutz eng verbunden.

Datenverlust bei Brand

Der Hintergrund liegt auf der Hand: Personenbezogene Daten können nicht nur durch Schadsoftware, Stromausfall, Hackerangriffe, Fehler der Anwender oder Störungen in der IT verloren gehen – ein Brand in Ihrem Unternehmen kann ebenfalls die Verfügbarkeit der personenbezogenen Daten bedrohen.

Mit einer Feuerversicherung zum Beispiel kann sich Ihr Unternehmen gegen bestimmte Risiken absichern. Eine Feuerversicherung ist laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Versicherung gegen Schäden durch die Gefahren Brand, Blitzschlag, Explosion und Absturz von Luftfahrzeugen für Gebäude und bewegliche Sachen.

Wichtig zu wissen ist, dass auch Folgeschäden versichert sind, zum Beispiel Schäden durch Löschwasser. Nicht aber versichert sind Schäden durch Kernenergie, radioaktive Strahlung oder nukleare Substanzen sowie z.B. Sengschäden.

Feuerversicherung stellt Sicherheitsanforderungen

Für Sie als Datenschutzbeauftragter ist es wichtig, welche Sicherheitsanforderungen eine Feuerversicherung stellt. Das hat einen einfachen Grund: Weichen die für den Datenschutz wichtigen internen Sicherheitsrichtlinien von den Sicherheitsanforderungen der Feuerversicherung ab, könnte entweder der Versicherungsschutz bedroht sein, weil die Anforderungen des Vertrages nicht erfüllt werden (Leistungsfreiheit für den Versicherer im Schadensfall). Oder aber der Datenschutz könnte zu kurz kommen, wenn man sich intern an die ggf. abweichenden Sicherheitsanforderungen der Feuerversicherung hält.

Prüfen Sie die Allgemeinen Bedingungen für die Feuerversicherung

Neben dem jeweiligen Versicherungsvertrag und den speziellen Versicherungsbedingungen sollten Sie auch die Allgemeinen Bedingungen für die Feuerversicherung (AFB) in den Blick nehmen. Hier finden Sie Sicherheitsvorschriften wie

  • genügend häufige Kontrollen der versicherten Räume, auch während einer vorübergehenden Stilllegung wie z.B. den Betriebsferien,
  • mindestens wöchentlich die Erstellung von Duplikaten von Daten und Programmen, sofern nicht in der Branche des Versicherungsnehmers kürzere Fristen zur Datensicherung üblich sind,
  • die Einhaltung aller gesetzlichen, behördlichen sowie vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften sowie die Einhaltung aller sonstigen vertraglich vereinbarten Obliegenheiten.

Klären Sie, was Vorrang hat

Im Rahmen seines Brandschutzkonzepts wird sich der für den Brandschutz in Ihrem Unternehmen Verantwortliche ebenfalls diese Sicherheitsvorgaben angesehen haben. Vielleicht hat er auch der IT-Administration bestimmte, branchenübliche Fristen für die Datensicherung im Sinne der Feuerversicherung genannt.


Download:


Prüfen Sie deshalb, von welchen Fristen der Datensicherung die IT-Administration und die Anwender ausgehen, und vergleichen Sie dies mit Ihrem Datensicherheitskonzept. Nutzen Sie zur Prüfung der Feuerversicherung die Checkliste.

Weichen Brandschutzkonzept und Datensicherheitskonzept voneinander in diesem Punkt ab, sollten Sie auf Ihre kürzeren Fristen zur Datensicherung hinwirken. Dagegen hat auch die Feuerversicherung nichts.

Machen Sie sich auch mit betriebswirtschaftlichen Fragen vertraut!

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es für Ihre Arbeit als Datenschutzbeauftragter ist, auch betriebswirtschaftliche Fragen wie z.B. den Versicherungsschutz zu betrachten. Nicht umsonst forderte der Düsseldorfer Kreis auch auf dem betriebswirtschaftlichen Gebiet entsprechende Kenntnisse bei den betrieblichen Datenschutzbeauftragten.

Wer hat sich nicht schon gefragt, was Versicherungsvertreter mit den Kundendaten machen dürfen? Lesen Sie dazu den Beitrag Versicherungsvertreter dürfen keine Daten weitergeben

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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