3. April 2013 - Online-Datenschutz: Alternative Suchmaschinen

Was macht DuckDuckGo.com anders als Google?

Der Suchmaschinen-Primus Google steht häufig in der Kritik, wenn es um Datenschutz geht. Alternative Suchmaschinen wie DuckDuckGo.com versprechen, keine Nutzerdaten zu speichern. Allerdings sollte man die Suchfunktionen jeweils genau ansehen.

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Datenschutzrichtlinien von Suchmaschinen sollten ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Aber auch auf die Qualtität der Suchergebnisse kommt es an. (Bild: Thinkstock)

Datenkonzentration birgt Risiken

Immer dann, wenn große Mengen von Nutzerdaten angehäuft werden, wird der Datenschutz noch schwieriger und das Interesse von Datensammlern noch größer. Eine enorme Datenkonzentration findet bei dem Suchmaschinenbetreiber Google statt. Der Analysedienst WebHits zum Beispiel sieht mehr als 80 Prozent aller Suchanfragen bei Google. Die Nummer 2, Bing, bringt es demnach nur auf sechs Prozent.

Da Google noch weitere Dienste anbietet wie Google Maps oder das soziale Netzwerk Google+, kann man ohne weiteres Google als zentralen Datenknotenpunkt im Internet bezeichnen. Das bietet ein gewaltiges Potenzial, Nutzerdaten über Dienstegrenzen hinweg auszuwerten und macht theoretisch ausführliche Nutzerprofile möglich.

Datenstreuung durch alternative Suchmaschinen

Ein beliebter Datenschutz-Tipp besagt, dass man besser seine Suchanfragen nicht auf einen Anbieter konzentriert, sondern diese streut, also mehrere Anbieter nutzt. Oder man verwendet gleich alternative Suchmaschinen wie ixquick.com oder duckduckgo.com. Gerade DuckDuckGo wurde zuletzt in den Medien und auf Sicherheitskongressen ausführlich als Google-Alternative diskutiert. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen.

DuckDuckGo als Google-Ersatz?

DuckDuckGo verspricht einen besseren Online-Datenschutz und den Verzicht auf Tracking. Cookies werden laut Anbieter ebenso wenig genutzt wie die Protokollierung von Nutzerdaten. Möchte man die Suchergebnisse von seinem aktuellen Aufenthaltsland, also zum Beispiel Deutschland, abhängig machen, speichert man die gewählte Suchmaschinen-Option ohne persönliche Registrierung in der Cloud. Es gibt also im Fall individueller Einstellungen durchaus eine Nutzer-ID, aber ohne Personenbezug.

Bevor Sie jedoch eine Empfehlung für diesen oder einen anderen alternativen Suchdienst aussprechen: Zuerst sollte geprüft werden, welche Funktionen von Google denn bislang genutzt werden und ob die alternative Suchmaschine alle diese Funktionen anbieten kann. Dazu gehört es auch, einmal typische Suchanfragen in der jeweiligen alternativen Suchmaschine auszuprobieren. Das Resultat der Suche, also die Trefferliste, muss bei einer Suchmaschine ebenso überzeugen können, nicht nur der Datenschutz. Andernfalls werden sich die Nutzer in Ihrem Unternehmen trotz Ihrer möglichen Empfehlung wieder Google zuwenden.

Achtung bei Karten, Bildern und Videos

Eine weitere Prüfung sollte den erweiterten Funktionen gelten: So verweist DuckDuckGo gegenwärtig zum Beispiel auf Google Maps, Google News, die Google Bildsuche, die Bing Bildsuche und die Google-Videoplattform YouTube, wenn es um entsprechende Suchen nach Videos, Nachrichten, Karten oder Bilder geht. Mit der Weiterleitung auf andere Dienste enden aber auch die versprochenen Datenschutz-Vorteile.

Auf Anti-Tracking nicht verzichten

Da die Bedienung alternativer Suchmaschinen ungewohnt und die Trefferlisten unter Umständen weniger umfangreich sein können, sollte daran gedacht werden, dass verschiedene Nutzer doch wieder zu Google greifen. Das ließe sich nur dann verhindern, wenn ein Internetfilter den Google-Aufruf auf allen betrieblich genutzten Endgeräten blockiert.

Deshalb sollte die Empfehlung alternativer Suchmaschinen nicht dazu führen, dass Maßnahmen zur Abwehr von Tracking (wie bestimmte Browsererweiterungen) nicht mehr genutzt werden. Sonst würde Ihre Alternativ-Empfehlung ggf. dazu führen, dass Google heimlich und dann ohne Tracking-Schutz genutzt wird.

Eine entsprechende Mitarbeiterinformation zu alternativen Suchmaschinen steht als Arbeitshilfe zur Verfügung:


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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