16. September 2013 - Mobile Schadsoftware

Was ist das Besondere an Malware für Smartphone & Co.?

Viren, Würmer und Trojaner – die meisten Nutzer haben von diesen Schadprogrammen für Computer schon gehört. Wenn es aber um Smartphones geht, denken viele nicht an Malware. Dabei kann es auch mobile Malware in sich haben.

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Mobile Malware ist nicht zu unterschätzen (Bild: Thinkstock)

Smartphones immer noch schlechter geschützt als PCs

80 Prozent der befragten Unternehmen halten mobile Geräte für ein großes Sicherheitsrisiko, wie eine aktuelle Ponemon-Umfrage zeigt.

Trotzdem sind viele Smartphones noch deutlich schlechter gegen mobile Attacken abgesichert als stationäre Computer.

Scheinbar werden mobile Datenrisiken immer noch nicht ernst genug genommen, so die Ergebnisse der Kaspersky-Studie „Global Corporate IT Security Risks 2013“:

  • Nur 15 Prozent der deutschen Unternehmen verfügen über voll implementierte Sicherheitsrichtlinien für mobile Endgeräte.
  • 32 Prozent der deutschen Unternehmen gaben an, noch keinerlei Richtlinien für den Umgang mit mobilen Geräten eingeführt zu haben.

Damit fehlen auch so wichtige Vorgaben für Smartphones wie die Installation und regelmäßige Aktualisierung einer mobilen Anti-Malware-Lösung.

Smartphone-Viren nicht unterschätzen

Unternehmen sollten die mobilen Schadprogramme für Smartphones nicht auf die leichte Schulter nehmen. So stellten zum Beispiel die Forscher der McAfee Labs für das zweite Quartal 2013 fest, dass auf Android basierende mobile Malware um 35 Prozent angestiegen ist. Dieses Wachstum wurde begünstigt durch die anhaltende Verbreitung

  • von SMS-stehlender Banking Malware,
  • von betrügerischen Dating- und Entertainment-Apps,
  • von Apps zum Zweck des Datendiebstahls
  • sowie von als nützliche Anwendungen getarnten bösartigen Apps.

Smartphones sind die persönlichsten Computer

Leider gibt es aus Datenschutz-Sicht unerfreuliche Gründe für dieses Wachstum bei mobiler Malware: Smartphones sind die Computer, die ihre Nutzer ständig begleiten und eine große Vielfalt an personenbezogenen Daten in sich tragen, oftmals noch ungeschützt. Es ist also höchste Zeit, dem Risiko durch mobile Schadprogramme mehr Gehör zu verschaffen und das Bewusstsein für mobile Datenrisiken deutlich zu erhöhen.

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Mobile Datenrisiken müssen deutlicher werden

Als Datenschutzbeauftragter sollten Sie deshalb auf die Besonderheiten von Smartphones und mobiler Malware hinweisen. So sind Smartphones dank der inzwischen kostengünstigen mobilen Daten-Flatrates fast ständig mit dem Internet verbunden und damit rund um die Uhr für die Angreifer und Datendiebe erreichbar. Die zuvor beschriebene Situation, dass oftmals Sicherheitsrichtlinien für Smartphones Mangelware sind, machen sie zu einem leichten Angriffsziel.

Smartphones: Viele Daten, wenig Kontrolle

Ebenfalls zu einem beliebten Malware-Ziel macht Smartphones die Tatsache, dass viele Installationen ohne Kontrolle der Administratoren erfolgen, die Nutzer also die (bösartigen) Apps selbst installieren. Auch die Datenverbindungen entziehen sich häufig einer Sicherheitskontrolle, da Smartphones nicht auf den Internetzugang des Firmennetzwerks angewiesen sind, sondern dank UMTS selbst ins Internet können. Damit nicht genug, werden Smartphones immer mehr zu einem mobilen Datenspeicher, dank der steigenden Speicherkapazität.

Smartphones: Voller Funktionen und Risiken

Mobile Malware kann Smartphones nicht nur über das Internet erreichen, sondern auch eine der zahlreichen Schnittstellen nutzen, sei es NFC (Near Field Communication), Bluetooth oder WLAN. Da die Smartphones immer öfter betrieblich und privat genutzt werden (BYOD, Bring Your Own Device), kommen sie auch vielfach mit unsicheren Netzen in Verbindung. All das sind ideale Voraussetzungen für Malware-Attacken.

Informieren Sie deshalb die Smartphone-Nutzer in Ihrem Unternehmen mit der Arbeitshilfe über mobile Malware.


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker, Analyst und Fachjournalist.

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