4. April 2016 - Datenschutz bei Google

Google Dashboard: Meine Daten bei Google

Das Google Dashboard soll Nutzern Transparenz und Kontrolle über ihre Daten geben. Kritiker sehen darin mehr Marketing als Aufklärung. Was bietet das Dashboard wirklich für den Datenschutz?

Google Dashboard: Was bringt's für den Datenschutz? Das "Armaturenbrett" von Google, das Dashboard, bringt den Datenschutz nur eingeschränkt voran (Bild: Gearstd / iStock / Thinkstock)

Was Google über den Nutzer weiß

Bereits seit November 2009 ist der Dienst „Google Dashboard“ online (http://www.google.com/dashboard). Damit kann der Inhaber eines Google-Kontos die Daten anzeigen und kontrollieren, die zu seinem eigenen Konto gehören. Das Dashboard liefert

  • eine zentrale Übersicht der Daten, die in Verbindung mit den verwendeten Google-Produkten stehen, und
  • ein zentrales Menü, um die verschiedenen Datenschutzeinstellungen bei den Google-Diensten zu prüfen und zu ändern.

Google Dashboard stehe deshalb für Transparenz, Auswahl und Kontrolle, so Google.

Der Bedarf für einen Dienst, der zentral auflistet, was Google über einen Nutzer speichert, war und ist weiterhin hoch. Denn nicht nur die Google-Suche liefert Daten über einen Nutzer, auch die zahlreichen anderen Dienste wie

  • der Chrome-Browser,
  • Google Maps,
  • Google News,
  • YouTube,
  • Google Earth,
  • Gmail,
  • Google Docs,
  • Google Kalender,
  • Google + und
  • Blogger.

Datenschutz-Kritik trotz Dashboard

Bewertet man Google Dashboard aus Datenschutz-Sicht, steht eines fest: Auch mehr als sechs Jahre nach dem Start steht der Datenschutz in der Kritik. Unter anderem wurde Google in letzter Zeit vorgeworfen, Daten unzureichend zu löschen und E-Mails zu Werbezwecken auszuwerten.

Und es ist zwar positiv, dass das Dashboard ein zentrales Werkzeug bietet, um Google-Einstellungen zu ändern. Das Tracking von Nutzerdaten lässt sich damit nicht stoppen.

Ein Blick in das Google Dashboard lohnt sich aber auf jeden Fall.

Das zeigt das Google Dashboard

Das Google Dashboard liefert Ihnen einen Überblick darüber, wann Sie welches Google-Produkt zuletzt verwendet und wie Sie es eingesetzt hat. Zusätzlich fasst es für Google Kalender, für die Apps, für die Web-Aktivitäten und für YouTube die Nutzungsdaten für die vergangenen 28 Tage zusammen.

Das Dashboard bietet Links, mit denen Sie die Einstellungen für einzelne Google-Produkte verwalten können. So lassen sich beispielsweise die Einträge unter „Web- & App-Aktivität“ löschen. Sie können sich auch monatlich daran erinnern lassen, das Google Dashboard zu nutzen.

Aus Sicht des Datenschutzes ist die zentrale Steuerung ein Schritt in die richtige Richtung: Sie fasst die Daten und Einstellungen zusammen, die der Nutzer vorher bei jedem Google-Dienst einzeln aufrufen musste. Google Dashboard bietet aber keinen zentralen Knopf, der eine generelle Datenschutzeinstellung vornimmt. Das müssen Sie weiterhin Stück für Stück machen, wenn auch mit weniger Umwegen.

Google My Account: Die nächste Stufe zum Ziel

Neben Google Dashboard gibt es den Dienst Google My Account. Dort stehen Ihnen weitere Übersichten und Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter Informationen

  • zu den aktuellen Einstellungen für Passwort und Kontozugriff,
  • zu verbundenen Apps und Websites,
  • zu den Sichtbarkeitseinstellungen und zur Personalisierung der Google-Nutzung,
  • zur Google Werbung,
  • zu den eigenen Inhalten bei Google und
  • zu den Aktivitätseinstellungen.

Daneben bietet Google My Account einen Sicherheits- und Datenschutz-Check, der die Einstellungen überprüft. Werten Sie aber die Ergebnisse zusätzlich selber aus. Nur so können Sie sichergehen, dass  Google die gewünschten Einstellungen umgesetzt hat.

Auch Google My Account ist nicht der Garant für besseren Datenschutz:

  • Zum einen müssen Sie viele Einstellungen ändern, die im Sinne von Privacy by Default als Standardeinstellung bereits vorliegen sollten.
  • Zum anderen gehören zum Datenschutz auch Maßnahmen, die unabhängig von Google sind.

Hierzu bietet Ihnen die Checkliste eine Übersicht und Hilfe.


Download: Checkliste Selbstdatenschutz für Google-Nutzer


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker (Universität Bonn), Analyst und IT-Fachjournalist im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz. Er ist Herausgeber und Fachautor zahlreicher Fachpublikationen.

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