18. Juni 2012 - Windows 8

Was bringt das neue Windows 8 für die Datensicherheit?

Das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8 wirft seine Schatten voraus. Unternehmen, die einen Umstieg auf dieses Betriebssystem planen, sollten sich bereits jetzt über die Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen informieren. Ein Betriebssystemwechsel will schließlich wohl überlegt und gut geplant sein.

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Beim Umstieg auf Windows 8 darf der Datenschutz nicht vergessen werden (Bild: Microsoft)

Windows 8: mehr als eine neue Oberfläche

Es wäre mehr als oberflächlich, wenn man das im Verlauf dieses Jahres erscheinende Betriebssystem Windows 8 nur anhand seiner neuen Nutzeroberfläche beurteilen würde. Für den Datenschutz spielt eine nutzerfreundliche Oberfläche durchaus eine Rolle. Wenn Anwender besser mit ihrem Computer umgehen können, sinken die Bedienungsfehler und damit auch das Risiko so mancher Datenpanne.

Doch bei einem anstehenden Wechsel des Betriebssystems sollten Sie als Datenschutzbeauftragter noch auf ganz andere Punkte hinweisen.


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Neuheiten unter die Lupe nehmen

So bietet das neue Betriebssystem Windows 8 eine Reihe von neuen Funktionen für die Datensicherheit, darunter:

  • Windows 8 sieht eine Erweiterung durch Apps vor. Hier stellt sich grundsätzlich die Frage, wie es um die Sicherheit solcher Apps stehen wird.
  • Der Startbildschirm von Windows 8 besteht aus Kacheln, die unter Umständen vertrauliche Daten (wie neue E-Mails) anzeigen könnten, die bislang erst beim Öffnen des Mail-Programms sichtbar waren. Neugierige Dritte könnten dadurch mehr zu sehen bekommen als bisher, obwohl die Anwendungsprogramme geschlossen sind.
  • Windows 8 sieht die Funktion Windows to Go vor. Firmen können damit eine vollständige Kopie der Unternehmensversion von Windows 8 mit den Geschäftsanwendungen, Daten und Benutzereinstellungen auf einem USB-Stick zur Verfügung stellen. Dabei sollten die Risiken durch USB-Sticks nicht vergessen werden.
  • Die von Windows 7 her bekannten Sicherheitsfunktionen wurden weiterentwickelt, darunter eine beschleunigte BitLocker-Verschlüsselung, der AppLocker (Anwendungs- und Dateikontrolle), DirectAccess (anstelle von VPNs) und die anforderungsbasierte Zugriffskontrolle.
  • Windows 8 kommt zusammen mit der Anti-Malware-Lösung Windows Defender. Sie sollte jedoch nicht als Ersatz für eine zusätzliche Anti-Viren-Lösung verstanden werden.
  • Windows 8 lässt sich in die meisten Client-Management-Infrastrukturen einfügen; allerdings sollte man prüfen, ob das im eigenen Unternehmen genutzte System auch darunter ist.
  • Der neue Dienst SmartScreen Application Reputation hilft Nutzern bei der Kontrolle von Anwendungen, die sie aus dem Internet herunterladen. Dadurch lässt sich das Risiko, verseuchte Applikationen auszuführen, verringern.
  • Der Startprozess unter Windows 8 wird sicherer. Der Trusted Boot Prozess untersucht alle vom Start betroffenen Komponenten auf Integrität hin. Das erschwert Veränderungen durch Malware deutlich. Veränderte Komponenten werden erkannt und automatisch aus Windows Recovery Environment (Windows RE) ersetzt.

Systemwechsel nicht ohne Blick auf die Sicherheit

Bereits diese Punkte zeigen, wie wichtig es ist, dass Sie als Datenschutzbeauftragter jeden Systemwechsel begleiten. So unterstützt Windows 8 unter anderem die automatische Nutzung von WLAN, die Sie ebenso prüfen sollten wie die Verknüpfung von Windows 8 Apps mit Cloud-Diensten. Schnell wird deutlich, dass die Prüfung eines Betriebssystems automatisch zu solch kritischen Themenbereichen führt wie WLAN-Sicherheit, App-Sicherheit und Cloud-Sicherheit.

Ganz gleich, ob Ihr Unternehmen sich für Windows 8 oder für ein anderes neues Betriebssystem entscheidet: Prüfen Sie vorab die möglichen Auswirkungen eines Betriebssystemwechsels auf Datenschutz und Datensicherheit. Die Checkliste hilft Ihnen dabei.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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