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19. Februar 2018 - Mangelnde Qualität als Datenrisiko

Warum für die DSGVO die Datenqualität stimmen muss

Die Datenqualität ist nicht nur ein Thema für den Qualitätsbeauftragten, sie sollte auch jeden Datenschutzbeauftragten interessieren. Denn die besten Sicherheitsmaßnahmen scheitern, wenn das Datenmanagement nicht stimmt.

Datenqualität Je höher die Datenqualität, desto höher ist das Niveau der Datensicherheit (Bild: Robert-Churchill / iStock / Thinkstock)

Datenqualität: Thema der DSGVO

Auf den ersten Blick scheint die Qualität der personenbezogenen Daten kein Schutzziel zu sein. Neben Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität taucht sie meist nicht auf.

Tatsächlich aber hängt zum Beispiel die Integrität mit der Qualität zusammen: Werden Daten unerlaubt oder ungewollt verändert, stimmt die Qualität nicht mehr.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sagt noch mehr zur Qualität der personenbezogenen Daten. Zu den Grundsätzen für die Verarbeitung personenbezogener Daten (Artikel 5 DSGVO) gehört danach die Datenrichtigkeit: „Personenbezogene Daten müssen sachlich richtig und erforderlichenfalls auf dem neuesten Stand sein; es sind alle angemessenen Maßnahmen zu treffen, damit personenbezogene Daten, die im Hinblick auf die Zwecke ihrer Verarbeitung unrichtig sind, unverzüglich gelöscht oder berichtigt werden.“

Risikoanalysen und Datensicherheits-Konzept

Was die Datenqualität für den Datenschutz bedeutet, machen die Folgen mangelhafter Datenqualität deutlich. Ein Beispiel:

  • Das Risiko hängt unter anderem von der Kategorie der Daten ab.
  • Stellen Sie sich vor, die Zuordnung von Daten zu bestimmten Datenkategorien funktioniert nicht richtig.
  • Dann hilft es nichts, wenn das dafür angeschaffte Tool alle Daten der Kategorie „Kundendaten“ verschlüsselt, während es die echten Kundendaten als Daten mit angeblich geringem Schutzbedarf einstuft und nicht schützt.

Es ist zweifellos sinnvoll, wenn sich die oder der Datenschutzbeauftragte mit dem Qualitätsbeauftragten (QMB) des Unternehmens verbündet. Beide gemeinsam haben höhere Chancen, die Datenqualität bei der Geschäftsleitung ins Bewusstsein zu bringen.

Für die Datenqualität sprechen viele Gründe, darunter:

  • Sie spart Kosten ein.
  • Sie vermeidet Imageschäden beim Kunden.
  • Sie führt zu besseren Berichten und Entscheidungs-Vorlagen.
  • Außerdem hilft sie, Prozesse zu optimieren.

Auch die Datensicherheit spricht dafür, die Qualität der Daten und der Datenhaltung ernst zu nehmen. Das ist umso wichtiger angesichts der Entwicklung hin zu immer größeren Datenmengen (Big Data).

Was zu tun ist: So prüfen Sie die Datenqualität

Zur Datenqualität gehören viele Faktoren, die es zu hinterfragen gilt:

  • Woher stammen die Daten, welche Datenquellen gibt es?
  • Wer erfasst die Daten oder übernimmt sie?
  • Welche Qualitäts-Richtlinien gibt es für die Datenerfassung oder Datenübernahme?
  • Welche Qualitäts-Prüfungen finden statt? Gibt es (automatische) Tools als Unterstützung?
  • Wo werden die Daten gespeichert?
  • Welche Richtlinien gibt es zur Datenhaltung und zur Anlage von Kopien?
  • Werden bei der Eingabe der Daten auch Punkte zur Qualität und Integrität der Daten berücksichtigt?

Mit Datenschutz und Datensicherheit eng verzahnen

Wichtig ist es, die Datenqualität und den Datenschutz enger zu verzahnen. Denn ohne Datenqualität muss die Datensicherheit letztlich scheitern.

Datenschutz, Datensicherheit und Datenqualität gehören zusammen – und zwar für den ganzen Lebenszyklus von Daten.


Download: Checkliste Optimierung der Datenqualität


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker, ist IT-Fachjournalist und IT-Analyst.

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