18. Februar 2013 - Online-Synchronisierung

Soziale Netzwerke als Kamera-Speicher

Laden Nutzer Fotos von ihrem Smartphone direkt in ein soziales Netzwerk hoch, können die Bilder nicht mehr verloren gehen, so zumindest das Versprechen von Google+. Doch was bedeutet die Datensicherung von Fotos bei einem sozialen Netzwerk für die Datensicherheit?

soziale-netzwerke-als-kamera-speicher.jpeg
Wenn Sie Ihre Smartphone-Fotos synchronisieren, können Ihre Bilder parallel ins Internet hochgeladen werden. Automatische Uploads sollte man sich jedoch gut überlegen. (Bild: Thinkstock)

Mehr als 200 Fotos je Nutzer

Das führende soziale Netzwerk Facebook hat inzwischen mehr als eine Milliarde Nutzer. Aus diesem Grund hat Facebook auch einige andere interessante Zahlen veröffentlicht, darunter die Zahl der in Facebook gespeicherten Bilder: Zum Stichtag 10.09.12 waren es 219 Milliarden Fotos, die wieder gelöschten Bilder wurden bereits abgezogen.

Facebook schätzt, dass seit dem Start der Foto-Upload-Funktion im Herbst 2005 ganze 265 Milliarden Bilder in das soziale Netzwerk hochgeladen wurden. Demnach ist die deutliche Mehrzahl aller Fotos nach dem Hochladen nicht mehr gelöscht worden.

Sofort-Upload gegen Datenverlust?

Allem Anschein nach sind soziale Netzwerke eben „gute“ Foto-Speicher. Google empfiehlt in Verbindung mit dem Smartphone Nexus 4 auch den Sofort-Upload aller Fotos nach Google+, damit keine Bilder verloren gehen. Natürlich klappt diese Funktion auch bei anderen Android-Smartphones mit Kamerafunktion. Und natürlich hat auch Facebook eine entsprechende Funktion, die Bilder vom Android-Smartphone oder vom iPhone auf Knopfdruck nach Facebook transportiert: Facebook Photo Sync.

Auf die Einstellungen kommt es an

Die Synchronisierung der Smartphone-Fotos mit einem der sozialen Netzwerke ist nicht voreingestellt. Der Nutzer muss die Funktion selbst aktivieren. Ist aber der Sofort-Upload der Bilder bei Google+ oder Facebook aktiviert, dann werden ab diesem Zeitpunkt alle Fotos in das jeweilige soziale Netzwerk kopiert. Das sollte man sich genauer ansehen:

Bei Facebook zum Beispiel muss die Synchronisierung der Fotos in der Facebook-Anwendung gestartet werden. Danach findet das Synchronisieren in der Regel gleich nach der Aufnahme eines neuen Fotos statt, je nach Akkustand des Smartphones und je nach gewählter Datenverbindung. Die synchronisierten Bilder landen bei Facebook in einem privaten Foto-Bereich des Nutzers. Von dort kann er die Bilder dann an Dritte weiterleiten oder die Fotos zur Anzeige auf Facebook freigeben.

Alles kein Problem?

Eine automatische Veröffentlichung ist also bei Facebook Photo Sync nicht vorgesehen. Auch die Metadaten in den Fotos, zu denen die GPS-Koordinaten des Aufnahmeorts gehören können, werden laut Facebook nicht automatisch ausgewertet. Nachdem auch die Gesichtserkennung bei Facebook nicht mehr automatisch zu den Funktionen gehört, scheint das Speichern von Fotos in sozialen Netzwerken wirklich eine feine Sache zu sein, oder? Ganz so einfach ist es aber nicht.

Synchronisieren und löschen ist zweierlei

Zum einen sollte sich der Nutzer klar machen, dass ein späteres Löschen der Bilder aus Facebook die Bilder nicht einfach aus der Bilder-Galerie auf dem Smartphone löscht. Wer also die Bilder entfernen möchte, muss trotz des Synchronisierens die Fotos zweimal löschen.

Zum anderen werden die Fotos nicht mehr nur auf der lokalen Speicherkarte des Smartphones gespeichert, sondern eben in einer Cloud. Wie sicher die Fotos in der Cloud sind, kommt immer ganz auf den Cloud-Betreiber, also zum Beispiel auf Facebook oder Google, an. Grundsätzlich ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter immer eher kritisch zu sehen.

Auch sollte eine einmal eingerichtete Automatik-Funktion nicht in Vergessenheit geraten. Wer sich nicht sicher ist, dass alle Fotos in Zukunft auch bei Facebook oder Google gespeichert sein sollten, sollte also lieber keine automatische Synchronisierung nutzen, sondern wenn überhaupt die Bilder einzeln auswählen, die in eines der sozialen Netzwerke kommen sollen. Das gilt insbesondere dann, wenn geschäftliche Fotos plötzlich im privaten Facebook- oder Google-Konto landen könnten, wenn das Smartphone dienstlich und das soziale Netzwerk privat genutzt werden.

Wenn also Smartphones oder Tablets in Ihrem Unternehmen im Einsatz, sollten Sie die Anwender über das Online-Synchronisieren von Fotos informieren. Dabei hilft Ihnen die Checkliste, die die zentralen Punkte abfragt.


Download:


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln