8. Juli 2013 - Mobile Datensicherheit

So werden Apps weniger auskunftsfreudig

Für verschiedene Android-Geräte wird es die Möglichkeit geben, einen Inkognito-Modus zu wählen, der Apps den Zugriff auf personenbezogene Daten verwehrt. Die Begrenzung auf bestimmte Android-Smartphones und -Tablets ist aber nicht die einzige Einschränkung dieser an sich nützlichen Funktion.

so-werden-apps-weniger-auskunftsfreudig.jpeg
Die Datenschutz-Funktion Cyanogenmod 10.1 hindert Apps am Zugriff auf persönliche Daten (Bild: Thinkstock)

Datenschutz-Funktionen willkommen

91 Prozent der beliebtesten Apps für Smartphones und Tablets haben Zugang zu personenbezogenen Daten, ohne sie wirklich zu benötigen, so eine aktuelle Studie von Veracode. Aus Sicht des Datenschutzes sollten Apps allerdings nur die Datenzugriffe erhalten, die sie für ihre Funktion brauchen und die der Nutzer  freigegeben hat.

Auch wenn die Datenschützer und Verbraucherschützer in vielen Ländern und die mächtige US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) die App-Anbieter immer wieder auffordern, die mobilen Anwendungen datenschutzfreundlicher zu gestalten, nimmt die Zahl der datenhungrigen Apps nicht ab. Im Gegenteil weisen Apps zunehmend echte Spyware-Funktionen aufweisen. Da kommen Datenschutz-Funktionen gegen neugierige Apps gerade recht.

App-Zugriffe abschirmen

Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn die neue Datenschutz-Funktion der Android-Plattform Cyanogenmod 10.1 in vielen Medien erwähnt wird. Mit der Datenschutz-Funktion sollen Apps daran gehindert werden, die tatsächlichen personenbezogenen Daten der Nutzer abzugreifen. Vielmehr bekommen die Apps keine oder nur wertlose Daten geliefert. Möglich wird dies, weil Cyanogenmod 10.1 als mobiles Betriebssystem auf Android-Basis auftritt und somit eine gewisse Kontrolle über die Apps erlangen kann.

Bevor jedoch der Jubel zu groß wird, dass nun die Apps weniger mitteilsam werden, sollte man sich die Situation genau ansehen. Eine Sensibilisierung der Nutzer über App-Risiken ist nämlich weiterhin erforderlich.

Inkognito-Mode reicht nicht

Zum einen bleibt festzustellen, dass der sogenannte Incognito Mode nicht bei allen Android-Varianten verfügbar ist, sondern nur bei Cyanogenmod 10.1 (und in einer anderen Version in Cyanogenmod 7). Also können nur bestimmte Android-Geräte diese Funktion verwenden.

Ob Google diese Datenschutz-Funktion in Android OS selbst aufnimmt, bleibt abzuwarten. Weiterhin muss der Nutzer die Funktion jeweils aktivieren, und sie unterscheidet nicht zwischen den verschiedenen personenbezogenen Daten. Wenn man also bestimmte Daten freigeben möchte, andere aber nicht, lässt sich dies damit nicht abbilden. Mobile Werbung wird dadurch ebenso wenig verhindert wie die Anzeige der eindeutigen Geräteinformationen. Nicht zuletzt ist Android OS zwar das führende mobile Betriebssystem, aber bei weitem nicht das einzige, für das es zu neugierige Apps gibt.

Aufklären der Nutzer bleibt entscheidend

Somit ist eine Entwicklung wie der Incognito Mode bei Cyanogenmod 10.1 sehr zu begrüßen, aber kein Allheilmittel. Vielmehr müssen die Nutzer stärker aufgeklärt werden, dass sie Apps nicht einfach alles erlauben sollen und lieber auf eine App-Installation verzichten sollten, wenn Datenzugriffe gewünscht sind, die einem nicht recht sind.

Nutzen Sie deshalb zur Sensibilisierung der Smartphone- und Tablet-Nutzer die Arbeitshilfe. Einen umfassenden Überblick über Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen in der IT liefert Ihnen auch das Praxiswerk IT-Know-how für den Datenschutzbeauftragten.


Download:


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln