11. April 2016 - Datenschutz bei Smartphones

So wehren Sie sich gegen unerwünschte Werbung per SMS

Gerade bei Smartphone-Nutzern ist Werbung nicht wirklich beliebt. Mobile Banner und unerwünschte SMS stellen zudem ein potenzielles Risiko dar. Deshalb sollte man wissen, wie sich mobile Werbung blockieren lässt.

Wertbung per SMS lässt sich durchaus ein Riegel vorschieben Apps, Browsereinstellungen und SMS-Filter helfen, unerwünschte mobile Werbung zu blockieren. (Bild: kikkerdirk / iStock / Thinkstock)

Wenn Werbung per SMS stört

Verbraucher sollten auf SMS von unbekannten Absendern nicht reagieren, so ein Hinweis der Bundesnetzagentur. Das gelte in erster Linie für SMS mit vermeintlich persönlichen Inhalten oder Kontaktwünschen. Der missbräuchliche Charakter dieser SMS wird in der Regel erst im Nachhinein deutlich. Denn unseriöse Anbieter verleiten Verbraucher durch scheinbar unbedenkliche Kontaktrufnummern wie herkömmliche Mobilfunk- oder Ortsnetzrufnummern zu unbedachten und voreiligen Anrufen oder SMS. Beispiele für Spam-SMS kennt die Bundesnetzagentur reichlich.

Neben diesen Täuschungsversuchen per SMS kann unverlangte Werbung per SMS lästig sein oder gar gefährlich. Mobile Werbung kann auch innerhalb des mobilen Browsers aufpoppen oder in der mobilen Chat-App.

Ohne Einwilligung Bußgeld möglich

Für Werbung per Telefon, E-Mail oder SMS ist bei Neukunden eine vorherige ausdrückliche Einwilligung erforderlich, so der Hinweis der Datenschutzaufsichtsbehörden. Wer E-Mail-Adressen und Telefonnummern für elektronische sowie Post-Werbung trotz ausdrücklich erklärten Werbewiderspruchs nutzt, muss je nach Sachverhalt mit einem Bußgeld von bis zu 300.000 € rechnen. Das betonen die Aufsichtsbehörden.

Mobile Werbung kann auch gefährlich sein

Die Werbung auf Smartphones kann nicht nur störend oder lästig sein.

  • So können mobile Werbebanner genauso verseucht sein, wie es von herkömmlichen Webseiten  bekannt ist (mobiles Malvertising).
  • Angeblich praktische Apps entpuppen sich als datenhungrige Adware.
  • Ungewollte SMS verstopfen den Nachrichteneingang.
  • Auch Phishing-SMS sind keine Seltenheit.

Deshalb sollten die Nutzer von Smartphones im Unternehmen wissen, wie sie mobile Werbung kontrollieren und bei Bedarf blockieren.

Mobile Werbung kontrollieren

Wollen Sie sich selbst schützen und/oder die Nutzer im Unternehmen informieren, wie sie sich gegen mobile Werbung wehren, denken Sie zuerst an die verschiedenen mobilen Werbeformen. So kann mobile Werbung auftauchen

  • auf (mobilen) Webseiten,
  • innerhalb mobiler Apps (In-App-Advertising),
  • als Werbe-SMS oder Werbe-MMS,
  • als Werbe-Chat-Nachricht und
  • als Werbe-Mail.

Beschwerde einreichen

Um die Werbeformen in den Griff zu bekommen, sind verschiedene Hilfsmittel notwendig. Zu allererst ist eine Beschwere möglich, wenn ungewollt mobile Werbung ankommt. Anlaufstellen sind hier zum Beispiel die Bundesnetzagentur, die Wettbewerbszentrale, die Verbraucherschutz-Zentralen, die Internet-Beschwerdestelle und der Deutsche Werberat.

Mobilen Browser konfigurieren

Technisch lässt sich ebenfalls einiges gegen mobile Werbung unternehmen. Dazu gehören zum Beispiel die Datenschutz-Optionen des mobilen Browsers, die die Nutzer allerdings meist noch weniger kennen als die bei einem herkömmlichen Browser. Auch mobile Browser bieten in aller Regel an,

  • Cookies zu blockieren und zu löschen,
  • mobile Pop-ups zu abzulehnen, Bilder auszublenden und
  • JavaScript zu deaktivieren, was viele Tracking-Verfahren stoppt.

SMS-Filter und Spam-Mail-Filter verwenden

Gegen unerwünschte SMS und MMS kann die Sicherheits-App (Mobile Security App) auf dem Smartphone helfen, wenn es sich um eine gute Lösung mit SMS- und MMS-Filter handelt. Ein unerwünschter SMS-Absender lässt sich dort auf eine Schwarze Liste setzen. Nutzen Sie einen mobilen E-Mail-Client, der einen Phishing- und Spam-Filter besitzt.

Bei Google Opt-out tätigen

Die mobilen Betriebssysteme haben Einstellungen, die eine Übermittlung bestimmter Tracking-IDs verhindert. Android-Smartphones haben sogar eine spezielle Google-App, mit der Sie Einstellungen für das Google-Werbenetzwerk vornehmen können. Eine passende Mitarbeiterinformation zu diesem Thema, die auch Links zu den verschiedenen Hilfsmitteln enthält, finden Sie in der Arbeitshilfe.


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker, Analyst und Fachjournalist.

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