15. September 2008 - Die besten Anti-Spionage Tools

So schützen Sie sich gegen Datendiebe (Teil 1)

Information ist alles. Deshalb will sie auch jeder: Werbetreibende wollen wissen, was Sie interessiert und wofür Sie Geld ausgeben, Kriminelle hätten gern Ihre Bankverbindung, und auch der Innenminister würde gern mal einen Blick auf Ihren PC werfen lassen. Höchste Zeit, sich zu wehren.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Wir stellen Ihnen in dieser kleinen Serie die besten Tools vor, mit denen Sie sich gegen Datenspionage schützen. Den Anfang machen wir in dieser Folge mit gleich drei Programmen.

Mitlesen schwer gemacht: Antikeylogger Shield

Viele Spionageprogramme arbeiten mit Keyloggern, um jeden Tastendruck des Beobachteten zu protokollieren.

Während aber gegen Hardware-Keylogger, außer einer virtuellen Tastatur, kaum ein Kraut gewachsen ist, sind die Mechanismen, nach denen Software-Keylogger arbeiten, wie sie in echter Schadsoftware und kommerziellen Spionageprogrammen gleichermaßen zum Einsatz kommen, recht gut bekannt. Und sie lassen sich blockieren: Die Software „Antikeylogger Shield“ ist als Freeware unter www.amictools.com erhältlich.

Antikeylogger Shield ist kein Virenscanner. Es erkennt nicht einmal, ob ein Keylogger auf einem System aktiv ist. Die Software verhindert lediglich, dass eine Software die Tastaturanschläge protokolliert.

Das hat aber auch einen Vorteil: Antikeylogger Shield macht keinen Unterschied zwischen „böser“ Malware und kommerziellen Spionageprogrammen. Ob ein Unbekannter die Bankzugangsdaten haben möchte oder der Lebensgefährte sehen will, welche E-Mails der Partner verfasst – Antikeylogger Shield blockiert beide Spionageversuche gleichermaßen.

Gibt Spyware keine Chance: Spybot Search & Destroy

Seit Jahren schon ist das kleine Programm „Spybot Search & Destroy“ einer der Standards, wenn es um die Erkennung von Spyware geht.

Spybot Search & Destroy schützt den Rechner vor Programmen, die als scheinbar nützliche Anwendungen getarnt auf den PC gelangen und hinter dem Rücken des Anwenders vertrauliche Informationen über das Internet versenden.

Das Anti-Spyware-Tool ist sehr einfach zu bedienen und kann kostenlos auf der Seite www.safer-networking.org/de/ aus dem Internet geladen werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass sich kein Spionage-Tool auf seinem PC einnistet und Informationen an Unbekannte versendet, der sollte mindestens einmal in der Woche seinen Rechner mit Spybot Search & Destroy durchsuchen.

Die Software bietet grundsätzlich zwei Möglichkeiten für dauerhaften Schutz: Der „SDHelper“ hilft gegen Spyware-Befall im Microsofts Internet Explorer, und der „TeaTimer“ dient zum Schutz der Systemeinstellungen.

Bevor das Programm zum ersten Mal gestartet wird, sollte eine Sicherung der Windows-Registry durchgeführt werden. Eine entsprechende Funktion zeigt die Software nach der ersten Inbetriebnahme an. Beim eigentlichen Scann bedient sich das Anti-Spyware-Tool einer integrierten Datenbank, in der mehr als 30.000 Signaturen bekannter Schadsoftware enthalten ist.

Asymmetrisch verschlüsselte E-Mails

E-Mails sind, anders als der Name vermuten lässt, eigentlich nicht das elektronische Pendant zu Briefen. Eher zu Postkarten.

Wer vertrauliche Informationen austauschen und sich so vor Spionen sichern möchte, sollte daher besser eine andere Form der Nachrichtenübermittlung wählen. Oder seine E-Mails zumindest verschlüsseln.

Eine komfortable Möglichkeit dazu bietet der E-Mail-Client Thunderbird in Kombination mit der Verschlüsselungssoftware GNUPG (www.gnupg.org) und dem Plugin Enigmail (http://enigmail.mozdev.org).

GnuPG kann relativ unkomfortabel über eine Konsole bedient werden, doch diese Mühe können Sie sich dank des Frontend Enigmail sparen. Bevor Sie beginnen, müssen Sie lediglich GNUPG und Enigmail (in dieser Reihenfolge) installieren.

  1. In Thunderbird finden Sie jetzt ein neues Menü „OpenPGP“. Damit Sie verschlüsselte E-Mails empfangen können, benötigen Sie zunächst ein neues Schlüsselpaar. Dazu wählen Sie „OpenPGP/Schlüssel verwalten“.
  2. Wählen Sie im jetzt erscheinenden Dialog „Erzeugen/neues Schlüsselpaar“, und ergänzen die Angaben. Damit niemand Ihren Schlüssel missbrauchen kann, der sich Zugang zu Ihrem PC verschafft, legen Sie zusätzlich eine Passphrase fest, die durchaus etwas länger sein darf.
  3. Wollen Sie nun jemandem die Möglichkeit geben, Ihnen eine verschlüsselte Nachricht zu schicken, benötigt er dazu Ihren öffentlichen Schlüssel. Den bekommt er, wenn Sie den Schlüssel markieren und aus dem Menü wählen „Datei/Öffentliche Schlüssel per E-Mail senden“.
  4. Im Nachrichten-Editor steht Ihnen jetzt die Option zur Verfügung „OpenPGP/Nachricht verschlüsseln“. Nun können Sie sicher sein, dass niemand ohne den passenden Schlüssel Ihre E-Mails mitlesen kann.

René Gelin
René Gelin war Redakteur, Projektleiter und Chefredakteur bekannter Computer- und Internet-Zeitschriften und ist seit mehr als zehn Jahren selbständiger Journalist. Er führt die Agentur TimeToPrint Publishing GmbH & Co. KG als Geschäftsführer und betreibt im Internet mit der Deutschen Medizinrechenzentrums GmbH (www.dmrz.de) ein Portal zur Abrechnung von sonstigen Leistungserbringern mit den gesetzlichen Krankenkassen.

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