10. Dezember 2012 - Datenschutz-Unterweisung

So geben Sie Einblicke ins Online-Tracking

Viele Internetnutzer stören sich am Tracking ihrer Online-Aktivitäten, tun aber nicht genug dagegen. Zeigen Sie deshalb in Ihrer Datenschutz-Schulung, wie viele Mitwisser es gibt, wenn man im Internet surft. Das Browser-Tool Collusion hilft Ihnen dabei.

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Online-Tracking: Das Browser-Tool Collusion von Mozilla ist ein nützliches Hilfsmittel, um das Ausmaß der Nachverfolgung zu verdeutlichen (Quelle: Collusion)

Do-Not-Track alleine reicht nicht

Man könnte den Eindruck haben, das Online-Tracking von Nutzeraktivitäten im Internet sei ein für alle Mal vom Tisch. Schließlich haben führende Webbrowser wie Mozilla Firefox bereits seit längerem eine Funktion „Do Not Track“. Unter dem Menüpunkt Extras – Einstellungen – Datenschutz kann sich ein Nutzer gegen das Nachverfolgen seiner Online-Aktivitäten aussprechen. Doch leider ist dies nur der Wunsch des Nutzers. Ob sich die besuchten Websites und die Werbenetzwerke daran halten, steht auf einem anderen Blatt. So beklagt sich der Chairman der Federal Trade Commission (FTC) Jon Leibowitz darüber, dass es zu viele Ausnahmen bei der Umsetzung von „Do Not Track“ gibt.

Nutzer müssen sich zusätzlich schützen

Wenn die Internetnutzer in Ihrem Unternehmen das Nachverfolgen ihrer Online-Aktivitäten und ein Targeting durch Werbenetzwerke verhindern wollen, braucht es mehr als den Haken bei „Do Not Track“. Es sind für jeden genutzten Browser Einstellungen erforderlich im Bereich Cookie-Management, die Funktion „Private Browsing“ sollte genutzt werden, die Super-Cookies müssen abgewehrt werden, zusätzliche Browser-Plugins wie Better Privacy können helfen. Zudem gibt es bei den verschiedenen Werbenetzwerken jeweils unterschiedliche Widerspruchsmöglichkeiten, zum Beispiel bestimmte Opt-out-Cookies. Das klingt nach Aufwand, den man als Internetnutzer gerne scheut.

Einblicke ins Online-Tracking für mehr Motivation

Um die Internetnutzer besser zu motivieren, sich wirklich gegen unerwünschtes Online-Tracking zu schützen, sollten Sie in Ihrer Datenschutz-Unterweisung das Ausmaß der Nachverfolgung deutlich machen. Das geht am besten, wenn Sie das Online-Tracking sichtbar machen, zum Beispiel mit Tools wie Ghostery, das heimliche Tracking-Dienste aufspüren kann. Besonders eindrucksvoll ist aber das Browser-Tool Collusion (www.mozilla.org/en-US/collusion/).

Im Netz des Online-Trackings

Collusion ist eine Browsererweiterung von Mozilla, die auch für andere Browser verfügbar ist. Das Browser-Tool wertet die Verbindungen zwischen den besuchten Websites, anderen Websites und Werbenetzwerken aus. Während man surft, wächst ein ganzes Netz an Verbindungen zwischen den Websites, die sich gegenseitig Informationen zukommen lassen. Dadurch wird das Online-Tracking sehr anschaulich visualisiert. Schnell wird deutlich, dass ein einfacher Webseitenbesuch eine ganze Kette an Informationen nach sich ziehen kann, die zwischen Webseitenbetreiber, Werbenetzwerken und Webanalyse-Diensten ausgetauscht werden.

Dagegen lohnt sich der Aufwand

Wenn Sie in Ihrer Datenschutz-Schulung in Echtzeit zeigen, wie die Tracking-Daten von einem zum anderen im Internet weiter gereicht werden, steigt zweifellos die Motivation, dem einen Riegel vorzuschieben.

Installieren Sie einmal auf einem Testrechner mit Internetzugang die Browsererweiterung Collusion und besuchen Sie bei Ihrer Schulung verschiedene Webseiten. Zeigen Sie jeweils die Echtzeit-Auswertung zum Online-Tracking. Eine genaue Schulungsanleitung als Arbeitshilfe können Sie bei uns herunterladen. Sie werden erstaunt sein, wie die Schulungsteilnehmer auf das Netz des Online-Trackings reagieren.


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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