21. Oktober 2013 - Mitarbeitersensibilisierung neue Technologien

Smart Buildings, Smart Watches, Smart Privacy?

Auf Messen und im Handel sind immer mehr „smarte“ Produkte zu finden: Nach den Smartphones zum Beispiel die Smart Buildings und Smart Watches. Was bei intelligenten Produkten aber nicht fehlen darf, ist ein smarter Datenschutz.

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Datenschutz im eigenen Heim: Ein Smart Building fängt schon mit Beleuchtungssteuerungen und Heizsystemen an. (Bild: Thinkstock)

Von Telefonen und Uhren

Sicherlich haben Sie es inzwischen oft gehört und gelesen: Smartphones sind mehr als smarte Telefone, es sind mobile Mini-Computer, mit denen man auch noch telefonieren kann. Das darf man bei einer Risikoanalyse nicht vergessen.

Inzwischen gibt es aber noch mehr Produkte mit dem Namenszusatz „Smart“. Denken Sie nur einmal an Smart Home, Smart TV, Smart Meter und an die neuen Smart Watches. Doch gibt es neben der Bezeichnung „Smart“ weitere Parallelen zu den Smartphones? Und was bedeutet das für den Datenschutz?

Erinnerung an intelligente Stromzähler

Tatsächlich sind viele der neuartigen, smarten Produkte und Leistungen aus Datenschutzsicht kritisch, denn sie beziehen ihre Intelligenz zum Beispiel aus der Analyse von Nutzungsdaten wie bei den Smart Meter oder aber aus dem Internet, das bekanntlich voller Risiken für den Datenschutz steckt.

Es empfiehlt sich, neue Technologien immer auch aus Datenschutz-Sicht zu betrachten und die möglichen Nutzer im Unternehmen über die möglichen Datenrisiken und notwendigen Schutzmaßnahmen zu informieren.

Wenn das ganze Gebäude smart wird

Smart Metering ist nur ein Anfang, denn ganze Gebäude sind dabei, intelligent zu werden, ob im privaten Bereich als Smart Home oder im Firmenbereich als Smart Building. Eine OECD-Studie (Building Blocks of Smart Networks) geht davon aus, dass in 2017 ein Durchschnittshaushalt mit zwei Teenagern 25 internetfähige Geräte haben wird, 2022 sollen es bereits 50 sein. Bereits heute kann man von zehn internetfähigen Geräten pro Haushalt ausgehen.

Doch das Haus, das Gebäude selbst wird zunehmend smart. Nach OECD-Definition bedeutet „smart“, dass ein Objekt oder eine Anwendung Erfahrungen sammeln kann, auf die jeweiligen Entwicklungen reagiert und die Resultate auch anderen Objekten oder Diensten kommuniziert. Das klingt vielleicht kompliziert, ist aber letztlich vielfach schon Realität, wenn man an intelligente Beleuchtungssteuerungen oder Heizsysteme denkt.

Das Gebäude als mögliche Informationsquelle

Keine Frage, Smart Buildings, die die Heizung oder die Beleuchtung automatisch an den Bedarf des Nutzers und die aktuellen Umgebungsbedingungen anpassen, sind nützlich, um zum Beispiel Energie zu sparen. Aus Datenschutz-Sicht muss bei solchen smarten Lösungen aber in besonderem Maße auf Transparenz, Selbstbestimmung, Freiwilligkeit bei Einwilligungslösungen und auf Datensparsamkeit geachtet werden.

Problematisch sind alle smarten Lösungen, bei denen zum Beispiel online der jeweilige Verbrauch bei einem Dienstleister, möglicherweise sogar zeitnah, gespeichert und ggf. ausgewertet wird. Dann würde das Gebäude letztlich zu einer Informationsquelle für Verhaltensanalysen über die Nutzer.

Wenn dem Datenschutz die Stunde schlägt

Doch die smarten Produkte bleiben nicht im Haus, sie verlassen mit dem Nutzer auch das Gebäude und begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Das ist nicht nur bei Smartphones der Fall, sondern auch bei Smart Watches. Mehr als jeder siebte Bundesbürger (16 Prozent) will auf jeden Fall eine Smart Watch am Handgelenk tragen, so eine Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom. Insgesamt interessieren sich 38 Prozent der Bundesbürger für eine solche smarte Uhr.

Zu den Einsatzmöglichkeiten gibt es bei denen, die sich für eine Smart Watch interessieren, unterschiedliche Vorstellungen, etwa das Anzeigen der Daten von Fitness-Apps wie der zurückgelegten Strecke beim Joggen. 45 Prozent derjenigen, die sich vorstellen können, eine Smart Watch zu nutzen, finden diese Anwendung laut Bitkom besonders attraktiv. 37 Prozent würden mit ihrer Smart Watch gerne Gesundheitsdaten wie Puls oder Blutdruck messen und bei Bedarf automatisch Verwandte oder den Arzt informieren. Zudem würden viele die Smart Watch als Navigationsgerät (37 Prozent) einsetzen wollen.

Betrachtet man diese Umfrageergebnisse und Nutzerwünsche, wird schnell deutlich: Smart Watches können durch Ortung Positionsdaten liefern und könnten auch für heimliche Bewegungsprofile genutzt werden. Nicht zuletzt die mögliche Speicherung und Übertragung von Gesundheitsdaten zeigt die hohe Datenschutz-Relevanz.

Machen Sie deshalb die neuen smarten Produkte zum Gegenstand Ihrer Unterweisung, um für neue Gefahren und Techniken zu sensibilisieren, am besten mit der neuen Arbeitshilfe.


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker, IT-Analyst und Fachjournalist.

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