20. Juli 2015 - Argumente für die Geschäftsleitung

Datenschutzunterweisung für das Management

Um das Management für den Datenschutz zu gewinnen, sollten Sie Ihre Argumente genau auf die Ziele der Geschäftsleitung abstimmen. Richten Sie Ihre Unterweisung für die Geschäftsführung daher doch einmal ganz auf die Sicht „von oben“ aus.

Das Management braucht eine speziell abgestimmte Unterweisung Machen Sie in Ihrer Datenschutzunterweisung für das Management deutlich, dass Datenschutz Geld sparen kann (Bild: RomoloTavani / iStock / Thinkstock)

„Das müssen wir machen, das steht im Gesetz“ – solche Aussagen kennt Ihre Geschäftsleitung zur Genüge. Eine Vielzahl von Vorschriften und vertraglichen Verpflichtungen ringt um die Aufmerksamkeit des Managements. Allein im Bereich der IT-Compliance wartet eine lange Liste von Vorgaben auf ihre Umsetzung. Der Datenschutz ist aus Compliance-Sicht zwar ein wichtiger Bereich, aber bei Weitem nicht der einzige. Das müssen Sie bei Ihrer Datenschutzunterweisung für das Management als erstes berücksichtigen.

Wenn Sie als Datenschutzbeauftragte oder Datenschutzbeauftragter der Geschäftsleitung den Datenschutz als eine neue, zusätzliche Verpflichtung präsentieren, werden Sie weder besondere Aufmerksamkeit noch viel Gegenliebe ernten. Das Management klagt über zu viele, zu enge Vorschriften und freut sich nicht über Hinweise auf mögliche Bußgelder und Haftungsrisiken, wenn zum Beispiel im Datenschutz etwas schief gehen sollte.

Aufmerksamkeit erfordert andere Argumente

Es macht zweifellos keinen Sinn, die Vorschriften aus dem Datenschutzrecht, die möglichen Bußgelder und den Schaden durch sich häufende Datenpannen zu verschweigen. Die Geschäftsleitung braucht ein vollständiges Bild über den gesetzlichen Rahmen, in dem sich das Unternehmen bewegen kann, und über die betrieblichen Risiken. Die entsprechende Beratung der Geschäftsleitung als verantwortliche Stelle gehört schließlich zu Ihren wesentlichen Aufgaben als betrieblicher Datenschutzbeauftragter.

Sie sollten aber die Argumentation genau überdenken, die Sie in der Datenschutzunterweisung für das Management und in den regelmäßigen Datenschutz-Berichten nutzen wollen. Die Argumente müssen immer zur Zielgruppe passen, das zeigt uns jede erfolgreiche Werbung:

  • Was aber interessiert Ihre Zielgruppe?
  • Womit können Sie Aufmerksamkeit erregen und den Datenschutz ins Bewusstsein bringen?

Die folgenden Beispiele zeigen, welche Sicht Sie einnehmen sollten, um Ihre Geschäftsleitung zu verstehen und zu überzeugen.

Datenschutz senkt Risiken

Ein wichtiges Thema für Ihre Geschäftsleitung ist die Reduzierung und Vermeidung betrieblicher Risiken. Es ist deshalb sinnvoll, nicht immer von Datenrisiken zu sprechen, also davon, dass der Datenschutz mit neuen, zusätzlichen Risiken verbunden ist. Viel besser ist es, den Datenschutz so zu erklären, dass er geschäftlichen Risiken entgegenwirkt, auch solchen, die nicht direkt zum Bereich Datenschutz gehören, wie der Wirtschaftsspionage.

Datenschutz bringt Einsparungen

Die Geschäftsleitung muss Gewinne vorweisen. Meist versucht sie deshalb, die Kosten zu senken, da sich der Umsatz oft nicht so leicht steigern lässt. Wenn der Datenschutz nach zusätzlichen Kosten aussieht, ist das Interesse der Geschäftsleitung eher gering. Stattdessen sollten Sie aufzeigen, wie der Datenschutz dabei hilft, Kosten zu sparen, in erster Linie natürlich die möglichen Kosten durch Sicherheitsvorfälle und Datenpannen. Beispiele finden Sie in der Arbeitshilfe.


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Datenschutz stützt die Organisation

Die Geschäftsleitung wünscht sich eine funktionstüchtige, straffe Organisation, die genau nach den Unternehmenszielen ausgerichtet ist. Zusätzliche organisatorische Maßnahmen durch den Datenschutz erschweren dies aus Sicht der Geschäftsleitung. Machen Sie deshalb deutlich, dass die Datenschutzmaßnahmen kein zusätzlicher Ballast für die Organisation darstellen, sondern vielmehr dabei hilft, Organisationslücken zu schließen.

Datenschutz verhindert Umsatzverlust

Leider wird der Datenschutz oftmals als Bremsfaktor, als Hindernis für weiteren Umsatz gesehen. Abgesehen davon, dass Datenschutz mittlerweile zu einem guten Unternehmens-Image gehört und dass die Kunden datenschutzfreundliche Unternehmen häufig bevorzugen, sollten Sie betonen, dass sich der Umsatzverlust durch Datenpannen konkret in Zahlen ausdrücken lässt. Diesen Umsatzverlust kann man verhindern, wenn der Datenschutz stimmt.

Zahlenmaterial für Ihre Datenschutzunterweisung

Nutzen Sie diese Argumentation in Ihrer nächsten Datenschutzunterweisung für das Management. Sie finden passende Beispiele, die die Argumente mit Zahlenmaterial belegen, in der oben genannten Arbeitshilfe.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker, ist IT-Fachjournalist und IT-Analyst.

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