30. Mai 2015 - Datenschutz-Begriffe

Was versteht man unter Scoring-Verfahren?

Der Begriff Scoring stammt aus dem Englischen; das Verb „to score“ bedeutet dabei „Punkte erzielen“. Dies weist schon auf die Funktion des Score-Werts hin. Es handelt sich dabei um die Form eines Bonitätsindex.

Ermittlung des Score-Werts

Der Score-Wert wird in der Form ermittelt, dass aufgrund von statistischen Auswertungen für bestimmte Eigenschaften ein bestimmter Punktwert festgelegt wird. Je höher der Gesamtpunktwert ausfällt, desto höher die Bonität. Beispiel: Die Tatsache, dass jemand bereits einmal einen Kredit in Anspruch genommen und ihn ordnungsgemäß zurückgezahlt hat, ist etwas Positives. Hierfür wird deshalb eine bestimmte Punktezahl berücksichtigt. Demgegenüber kann ein niedriges Alter dazu führen, dass weniger Punkte zu erzielen sind als bei einem höheren Alter.

Statistische Erkenntnisse

Scoring beruht also letztlich auf statistischen Erkenntnissen über den Zusammenhang zwischen bestimmten einzelnen Merkmalen und der Bonität. Es handelt sich bei ihm also nicht um die individuelle Bewertung der Verhältnisse einer ganz konkreten Person.

Personenbezug des Scoring

Dieser Umstand hat einen Streit darüber entfacht, ob ein Score-Wert überhaupt personenbezogen ist oder nicht. Richtigerweise ist zu sagen, dass Scoring dann Personenbezug (personenbezogene Daten) bekommt, wenn ein bestimmter Wert mit einer bestimmten Person verknüpft wird. Dies ist vor einer Kreditentscheidung der Fall. Demgegenüber ist es selbstverständlich, dass der abstrakte Score-Wert – der einem bestimmten abstrakten Merkmal zugeordnet ist – keinen Bezug zu einer konkreten Person hat.

Automatisierte Einzelentscheidung

Unter der Voraussetzung, dass es sich beim Scoring um ein personenbezogenes Datum handelt, gelangt bei der Verwendung von Score-Werten im Rahmen einer Kreditentscheidung die Vorschrift des § 6a BDSG zur Anwendung. Sie erlaubt automatisierte Einzelentscheidungen (Einzelentscheidungen, automatisierte) nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von Score-Werten liegt auf der Hand. Sie ermöglichen es, Kreditentscheidungen weitgehend zu automatisieren, was zur Reduzierung der Kreditkosten beiträgt. Die damit verbundenen Risiken sind gleichfalls deutlich. Letztlich bleibt dem Betroffenen keine Chance nachzuweisen, dass ein einzelnes, im statistischen Regelfall als negativ anzusehendes Bewertungselement in seinem Fall keine negative Bedeutung hat. Trotz dieser Gefahren wird der weitere Siegeszug von Scoring-Verfahren schon aufgrund des wirtschaftlichen Drucks nicht zu verhindern sein.

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