31. Juli 2008 - Arbeitsrecht

Schluss mit lustig

Trotz des offiziellen Verbots privater E-Mail-Kommunikation konnte eine Mitarbeiterin der Versuchung nicht widerstehen. Etwa zweimal pro Woche schickte sie private Mails mit harmlosen Spaß-Inhalten an Kolleginnen.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Der Vorgesetzte ermahnte sie, das endlich bleiben zu lassen. Doch es half nichts, sie machte es wieder. Jetzt wurde aus Spaß Ernst. Der Arbeitgeber kündigte, und zwar sogar fristlos.

Fristlose Kündigung ist nicht rechtens

Zu Unrecht, entschied der österreichische Oberste Gerichtshof (Beschluss v. 23.06.2004, Aktenzeichen 9 ObA 75/04a). Das Fehlverhalten sei jedenfalls nicht so gravierend, dass eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sei.

Zumindest das Einhalten der Kündigungsfrist sei dem Arbeitgeber zuzumuten. Eine fristgemäße Kündigung hatte der Arbeitgeber aber offensichtlich nicht ausgesprochen.

Da kann man nur sagen: Nochmal Glück gehabt! Denn jeder gut beratene Arbeitgeber hätte eine „hilfsweise“ ordentliche Kündigung ausgesprochen, und dafür hätte es allemal gereicht.

Dr. Eugen Ehmann

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln