11. August 2015 - Datenschutz-Begriffe

Was genau ist die Robinson-Liste?

Die Robinson-Liste ist eine so genannte „Sperrliste“. Wer sich in diese Liste eintragen lässt, wird in der Regel künftig keine persönlich an ihn adressierte Werbung per Post erhalten.

Sperrliste

Die Einschränkung, dass man nach Eintragung in der Robinson-Liste „in der Regel“ keine persönliche Werbung mehr erhält, ist erforderlich, weil es sich bei der Robinson-Liste um eine Verbandsinitiative handelt. Sie wird vom Deutschen Direktmarketing Verband geführt und deshalb auch nur von werbenden Firmen beachtet, die diesem Verband angehören.

Schriftlicher Antrag oder online

Die Eintragung erfolgt nur auf Initiative des einzelnen Betroffenen. Er muss sich zu diesem Zweck schriftlich an den Deutschen Direktmarketing Verband wenden. Mittlerweile gibt es auch eine Online-Variant eunter https://www.robinsonliste.de/.

Unpersönliche Werbung

Keine Wirkung hat der Eintrag naturgemäß gegenüber nicht persönlich adressierter Werbung per Post. Auch Werbung per E-Mail, per Fax und mit ähnlichen Mitteln wird durch den Eintrag nicht gestoppt. Schon diese Beispiele zeigen, dass die Liste an Bedeutung verliert. Sie stammt aus Zeiten, in denen persönlich adressierte Werbung per Post bedeutend häufiger war als heute. Inzwischen gilt diese Form der Werbung als sehr kostenträchtig und wird seltener als früher benutzt.

Widerspruchsrecht

Nichts mit der Robinson-Liste zu tun hat das im März 2001 neu in das BDSG eingefügte Recht des Betroffenen, der Verwendung seiner Daten für Werbung uneingeschränkt zu widersprechen (§ 28 Abs. 4 BDSG, der weiter gefasst ist als seine Vorgängervorschriften). Einen solchen Widerspruch muss jeder Werbetreibende beachten. Er kann den Betroffenen nicht darauf verweisen, dass er sich in die Robinson-Liste eintragen lassen könne.

Aufkleber am Briefkasten

Auch mit dem Recht, durch einen Aufkleber am Briefkasten unerwünschter Werbung zu widersprechen, hat der Eintrag in die Robinson-Liste nichts zu tun. Solche Aufkleber wirken gerade nicht gegenüber persönlich adressierter Werbung (wie sollte beispielsweise der Briefträger auch erkennen, ob ein persönlich adressierter Brief unerwünschte Werbung enthält?). Sie helfen jedoch gegen nicht persönlich adressierte Postwurfsendungen, Wochenblätter usw.

Nützliches Instrument

Dies alles zeigt, dass die Robinson-Liste unter den heutigen Bedingungen nur noch einen kleinen Teil des Themas „unerwünschte Werbung“ abzudecken vermag. Insoweit ist sie allerdings nach wie vor ein nützliches und sinnvolles Instrument.

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