7. Mai 2009 - So sparen Sie sich teure Datenretter

Professionelle Datenrettung für wenig Geld

Datenrettung ist eines der wichtigsten Themen, sollte es einmal zu einem Festplattencrash kommen. Wer bei einem solchen Crash kein Backup der Daten zur Hand hat, verliert mitunter die Arbeit von Jahren in einer einzigen Minute. Oftmals sehen viele Betroffene professionelle Datenretter als die letzte Möglichkeit an. Doch es muss nicht immer diese teuerste Variante sein. Auch wer etwas weniger investiert, bekommt wirklich ausgereifte Technik mit hoher Erfolgsgarantie.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Wer glaubt, er bräuchte die hier vorgestellten Datenrettungs-Tools nicht, weil er z.B. seine Backups auf eine externe Festplatte speichert, sollte erst recht acht geben.

Keiner ist sicher

Besonders externe Laufwerke sind empfindlich in puncto Hardwarefehler, da oft schon ein kleiner Stoß im falschen Moment zu einem Headcrash und damit zu einem kompletten Datenverlust führen kann.

An dieser Stelle sei noch ein kleiner Tipp gestattet: Speichern Sie Ihre Daten nach Möglichkeit nicht im Ordner „Eigene Dateien“ von Windows XP oder Vista ab, da dieser standardmäßig verschlüsselt wird.

Stürtzt das Betriebssystem ab, haben Sie auf diesen Ordner keinen Zugriff mehr. Dieser Nachteil wiegt den Vorteil auf, dass nur Sie Zugriff auf die dort gespeicherten Daten haben. Besser ist es, die eigenen wichtigen Daten auf einer zweiten Partition in einen eigenen Ordner abzulegen.

Abzuraten ist auch vom Windows-Desktop als Speicherort, da dort dasselbe Problem bei einem Crash des Windows-Betriebssystems auftritt, wie bei den „Eigenen Dateien“.

Was tun, wenn Windows nicht mehr bootet?

Doch was ist genau zu tun, wenn Windows nicht mehr bootet? Bevor Sie in Programm zur Datenrettung starten, sollten Sie erst einmal versuchen, den Fehler zu lokalisieren.

Es bietet sich beispielsweise an, mithilfe der Windows-CD eine Systemzurücksetzung zu probieren oder einfach das Betriebssystem neu zu installieren, wobei alle persönlichen Dateien erhalten bleiben sollten.

Auch der Einsatz einer freien GNU/Linux-Distribution wie Knoppix (www.knopper.net/knoppix), die sich als Live-System direkt von einer CD oder DVD starten lässt, verschafft in vielen Fällen wieder Zugriff auf den Rechner.

Festplatte auf Defekte prüfen

Haben Sie den totalen Datenverlust noch einmal abgewendet, dann sollten Sie unbedingt Ihre Festplatte auf mögliche Defekte überprüfen.

Hier bietet sich z.B. das Programm HDTune an. Dabei handelt es sich um ein sehr gutes Tool zum Test von Festplatten.

Die Funktionen reichen von der minimalen bis zur maximalen Datentransferrate über die mittlere Zugriffszeit bis hin zu ausführlichen Informationen über die verwendete Festplatte und einem Fehlerscanner. Auch Einsteiger können mit dem Programm gut arbeiten, da alle Ergebnisse auch grafisch dargestellt werden.

Das Programm kann jedoch noch mehr: Einmal installiert, prüft es in regelmäßigen Abständen Hardware und Dateisystem und hilft Ihnen so, weitere Problem frühzeitig zu erkennen und auch die Performance des Rechners im Auge zu behalten, denn Schwankungen in den Zugriffszeiten können auf einen Defekt hindeuten, ein zu langsamer Festspeicher Ihr System ausbremsen.

HD Tune kann in der Freeware-Fassung von Privatanwendern kostenfrei verwendet werden. Eine erweiterte, kostenpflichtige Pro-Version kostet US$ 34,95.
Download: http://www.hdtune.com

Data LifeSaver: Schnelle Datenrettung

Wenn es trotzdem passiert und Ihre Daten verloren zu sein scheinen, dann kann eine Datenrettung auf neueren PCs mit SATA (Serial ATA)- Festplatten allein schon wegen der Größe sehr zeitaufwändig sein.

Das Programm Data LifeSaver verspricht, für eine durchschnittliche Datenrettung auf einer 350 GB SATA-Festplatte nur noch 1,5 Stunden zu benötigen.

Der Data LifeSaver rettet Daten von Festplatten (IDE, SCSI, SATA), USB-Festplatten, (E)SATA-Festplatten, Firewire-Festplatten sowie von allen gängigen Speicherkarten und  iPod-Laufwerken.

Schnell und mit vielen Features

Angeboten werden drei Rettungs-Module, mit denen Sie komplexe Aufgabenstellungen bewältigen. Nach einem Datenverlust starten Sie das Tool und überprüfen die beschädigten Laufwerke mit einem Scan. Die gefundenen Daten werden analysiert und rekonstruiert.

Die Schnelligkeit und die Funktionsvielfalt des Tools lassen sich die Entwickler jedoch einiges kosten. So zahlen Sie für die Volllizenz knapp 150 Euro.

Kostenlose Demo-Version

Gut ist es daher, dass Sie auf der Webseite des Herstellers eine kostenlose Demo-Version herunterladen können, mit deren Hilfe sich immerhin feststellen lässt, welche Daten wiederherstellbar sind.

Erst nach dem Kauf eines Lizenzschlüssels wird die Wiederherstellung jedoch abgeschlossen und Sie können mit Ihren Daten wieder arbeiten.

Wer nicht ganz soviel Geld ausgeben will, der kann mit einer 14-Tage-Version für 79,95 Euro arbeiten, die ebenfalls auf der Herstellerseite zum Download angeboten wird. Ein Upgrade von der Kurz- auf die Volllizenz ist dabei möglich.

Die Software läuft  auf allen Computern mit Microsoft 32-Bit-Dateisystemen von Windows 2000 bis Vista. Die Datenrettung soll jedoch auch von Festplatten gelingen, die mit anderen Dateisystemen erstellt wurden.

Download: http://www.haage-partner.de/datenrettung/RStudio.html

René Gelin
René Gelin war Redakteur, Projektleiter und Chefredakteur bekannter Computer- und Internet-Zeitschriften und ist seit mehr als zehn Jahren selbständiger Journalist.

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