18. März 2013 - Ortung

Ortung: Selbst der leere Akku schützt nicht

Spätestens wenn der Smartphone-Akku leer ist, lässt sich ein mobiles Endgerät nicht mehr orten. Das stimmt zwar, doch dafür hat man als Smartphone-Nutzer bereits genug Spuren hinterlassen, die den aktuellen Standort verraten können.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Schnell noch geortet

Geht ein Smartphone verloren, kann es geortet werden, vorausgesetzt, eine entsprechende Sicherheitslösung ist an Bord und wurde auch richtig konfiguriert. Wenn allerdings der Akku leer ist, klappt auch die Ortung nicht mehr, so glaubt man wenigstens.

Doch bei manchen Sicherheitslösungen wurde auch an diesen Fall gedacht: So bietet eine neue Version von Lookout Mobile Security eine Ortungsfunktion, die das Gerät automatisch lokalisiert und den Aufenthaltsort im Webportal von Lookout speichert, wenn die Kapazität des Akkus unter zehn Prozent fällt. Eine praktische Funktion bei Geräteverlust, derer sich der Nutzer allerdings auch bewusst sein sollte.

Dauernd werden Spuren hinterlassen

Aber nicht nur Sicherheitslösungen haben im Bereich Ortung mehr zu bieten, als man vielleicht denkt. Wer das mobile Internet nutzt, erzeugt zahlreiche Spuren, die sich für Bewegungsprofile eignen. Diese Bewegungsprofile lassen sich inzwischen so intelligent auswerten, dass sich aus den letzten aufgezeichneten Positionen sogar zukünftige Standortdaten voraus berechnen lassen. Dabei werden in der Regel auch die Positionsdaten anderer Personen genutzt: die der Kontakte aus den sozialen Netzwerken.

Facebook-Apps helfen bei Bewegungsprofilen

Da soziale Netzwerke wie Facebook die Positionsinformationen eines Nutzers auch mit Zeitangaben speichern, kann man dort ebenfalls die letzte gemeldete Position abfragen, bevor zum Beispiel das Gerät verloren ging und der Akku leer gelaufen ist.

Natürlich muss das Smartphone nicht verloren gehen, damit eine Ortung über Facebook möglich werden kann. Gibt der Nutzer seine Standortdaten ohne viel Nachdenken preis, ist eine durchgehende Ortung möglich.

Man muss gar nicht auf die Facebook-App zur Freunde-Ortung warten. Es sind wieder Sicherheitslösungen, die schon heute zeigen, welche Bewegungsspuren man in einem sozialen Netzwerk wie Facebook hinterlassen kann, zum Beispiel die Facebook-App secure.me.

Warnen Sie vor der Selbstortung

So gibt es bei der Facebook-Sicherheits-App Secure.me eine spezielle Funktion „Places“, die die Nutzerstandorte zusammen mit einer Zeitangabe auflistet und auf einer digitalen Karte darstellt. Aber es geht noch einfacher: Wenn ein Facebook-Nutzer seinen Standort auf dem sozialen Netzwerk preisgibt, enthält seine Profilseite diese Angaben auf einer Kartenansicht, und Dritte können die letzten Standorte bequem nachvollziehen.

Sicherheitshinweise, dass sich eine Ortung durch Entnahme des Smartphone-Akkus verhindern lässt, sollten nun erweitert werden: Wenn der Nutzer selbst seine letzten Standorte etwa in Facebook verraten hat, greifen andere Ortungsmöglichkeiten, die zum Beispiel die Bewegungsdaten aus sozialen Netzwerken sammeln und neue Standorte vorausberechnen können.

Für eine entsprechende Nutzeraufklärung sorgen Sie am besten mit der Mitarbeiterinformation zu alternativen Ortungsmöglichkeiten.


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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