17. September 2012 - Standortdaten

Mobile Werbung ist möglich – trotz Datenschutz

Mobile Werbung auf den Smartphones und Tablets der Kunden gehört für viele Unternehmen inzwischen zum Marketing-Mix. Wenn auch Ihr Unternehmen in die mobile Werbung ansteigen möchte, sollten Sie sich die Angebote der Werbenetzwerke genau ansehen und die Marketingabteilung in puncto Datenschutz beraten.

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Mobile Werbung ist willkommen, wenn sie passt und Nutzerdaten nicht missbraucht (Bild: Thinkstock)

Ist Ihre Werbung auf Smartphones zu finden?

„Das wird eine tolle Kampagne, damit erreichen wir endlich auch die Zielgruppe der Smartphone-Nutzer“, so die Marketing-Leiterin im Gespräch mit dem Vertriebsleiter.

Wenn Sie durch das zufällige Mithören dieses Gesprächs zum ersten Mal von der geplanten mobilen Werbung Ihres Unternehmens hören, sollten Sie zwei Dinge in Angriff nehmen:

  1. Bitten Sie den Vertrieb und das Marketing darum, bei allen neuen Vorhaben, die mit Kundendaten zu tun haben, frühzeitig informiert zu werden. Schließlich geht es darum, einen vorzeigbaren Kundendatenschutz zu haben.
  2. Zweitens sollten Sie sich die mobilen Werbemöglichkeiten ansehen, die zum Einsatz kommen sollen. Denn bei mobiler Werbung ist besondere Vorsicht angezeigt.

Standortdaten wecken Begehrlichkeiten

Der mobilen Werbung werden glänzende Zukunftsaussichten vorhergesagt. Im Vergleich zu klassischer Online-Werbung bieten sich bei der mobilen Internetnutzung die Standortdaten des Nutzers an, um die Relevanz der Werbeanzeigen zu steigern.

Bekanntlich ist alles besonders relevant, das sich in der direkten Umgebung abspielt, sprich: Angebote aus der Umgebung sind interessanter als Offerten von Geschäften, die den Einkauf zum Tagesausflug werden lassen.

Anonymisierung gegen möglichen Personenbezug

Gegen Angebote, die tatsächlich zum aktuellen Standort passen und die den Nutzer tatsächlich interessieren, hat kaum jemand etwas. Dafür muss man als Nutzer auch nicht eindeutig identifizierbar sein. Wenn also eine Standortermittlung und gleichzeitig eine Anonymisierung der Nutzerdaten erfolgt, kann mobile Werbung für alle Beteiligten ein Gewinn sein.

Doch wie gehen die für Ihr Unternehmen geplanten mobilen Werbenetzwerke mit den Nutzerdaten um? Findet zum Beispiel eine Anonymisierung statt oder werden eindeutige Gerätenummern (wie International Mobile Equipment Identity (IMEI), Unique Device Identifier (UDID), Media Access Control (MAC) Address) mit Standortdaten verknüpft und letztlich Bewegungsprofile der Nutzer ermöglicht?

Worauf Sie bei Angeboten für mobile Werbung achten sollten

Sehen Sie sich am besten Beispiele des jeweiligen mobilen Werbenetzwerks in der Praxis an. Oftmals sind die Werbemöglichkeiten auf Smartphones und Tablets mit der Nutzung einer speziellen App verbunden (In-App-Advertising), zum Beispiel einer App zur Suche nach der lokalen Wettervorhersage, die auch gleichzeitig Werbung für Hotelzimmer in der Region anzeigt.

Sehen Sie sich an, welche Berechtigungen die App bei der Installation verlangt und ob der Nutzer die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen wirklich einsehen kann:

  • Wird darin zum Beispiel auf die Werbung hingewiesen?
  • Ist es möglich, der Werbung zumindest zu widersprechen oder ist sie ein fester Bestandteil der App?
  • Werden die Nutzerdaten an Dritte weitergeben und wenn ja, zu welchem Zweck?

In der Checkliste erhalten Sie eine Reihe von Fragen, die Sie für Ihr Marketing und mit den Betreibern der Werbenetzwerke klären sollten:


Download:


Mobile Werbung ist sinnvoll, darf aber nicht die Nutzerdaten gefährden! Sonst bekommt Ihr Unternehmen keine neuen Kunden, sondern letztlich Probleme mit dem Datenschutz.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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