29. August 2011 - Datenschutz-Management

Mitarbeiterbefragung: Qualitätsoffensive im Datenschutz

Befragungen können die persönliche Einstellung der Bürger zum Datenschutz ermitteln. Sie können aber auch zeigen, wie es um den Datenschutz in Ihrem Unternehmen steht. Nutzen Sie deshalb Mitarbeiterbefragungen, um Ihr Datenschutz-Programm weiter zu optimieren.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Befragungen liefern nicht nur Antworten

Wer eine Befragung durchführt, möchte zu bestimmten Fragen eine Antwort haben. Doch Umfragen können mehr leisten als das. Sie bringen Themen in Erinnerung, zeigen Interesse an der Meinung der befragten Mitarbeiter und erzielen Einsichten, die sonst oft verborgen bleiben würden.

Datenschutz-Umfragen sind beliebt und wichtig

Der Datenschutz ist ein Thema für die Medien geworden. Sichtbares zeichen: Datenschutz-Umfragen. Zum Beispiel ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD), dass die Bundesbürger mit ihren persönlichen Daten vorsichtiger als früher umgehen. Jedenfalls haben sie dies in der entsprechenden Umfrage kundgetan.

Aufsichtsbehörden machen ebenfalls Datenschutz-Umfragen

Auch die Landesdatenschutzbeauftragten machen Datenschutz-Umfragen, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz. Im Mittelpunkt der Datenschutz-Umfrage in Rheinland-Pfalz standen die betrieblichen Datenschutzbeauftragten in insgesamt 1.500 größeren Betrieben. Die Fragen behandelten die Wahrnehmung der Aufgaben und die Qualifikation der Datenschutzbeauftragten.

Führen auch Sie eine Datenschutz-Umfrage durch

Sie sollten den Beispielen folgen und selbst einmal eine Umfrage zum Datenschutz machen. Dabei sollte die Umfrage anonym sein, um keine geschönten, sondern wirklich hilfreiche Antworten zum Stand des Datenschutzes in Ihrem Unternehmen zu erhalten.

Besprechen Sie Ihre Mitarbeiterbefragung auch mit der Mitarbeitervertretung, die Sie vielleicht bei der Durchführung auch unterstützen kann. So könnte die Mitarbeitervertretung eine Empfehlung aussprechen, dass man an der freiwilligen Umfrage zum Datenschutz doch teilnehmen möge.

Erstellen Sie Ihren Fragenkatalog

Zentrale Punkte für eine Mitarbeiterbefragung sind zum Beispiel:

  • Präsenz des Themas Datenschutz im Unternehmen
  • Verständlichkeit der Datenschutzunterweisungen
  • Kenntnisse zur Verschlüsselung und zum Anti-Malware-Schutz
  • Wissen, wer betriebliche(r) Datenschutzbeauftragte(r) ist (Erreichbarkeit)
  • Wissensvermittlung zum Selbstdatenschutz
  • Kenntnisstand zu den Datenschutzrichtlinien

Die Antworten auf diese Fragen geben Ihnen bereits wichtige Einblicke in die Qualität Ihres Datenschutz-Programms. Zusätzlich sollten Sie überlegen, ob Sie weitere Punkte haben, die Sie gegenwärtig gerne aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beleuchten würden.

Sehen Sie das Umfrageergebnis als Ansporn und nicht als Kritik

Nach der Mitarbeiterbefragung sollten Sie ermitteln, bei welchen Fragen besonders häufig die Antwort „Nein“ kommt, denn hier sollten Sie den Hebel als erstes ansetzen, um den Datenschutz in Ihrem Unternehmen zu verbessern.

Denken Sie bei der Auswertung der Datenschutz-Umfrage daran, dass Ihr Ziel die Qualitätsverbesserung im Datenschutz ist. Mögliche Schwachstellen sind keine persönliche Verfehlung und nicht als Kritik an Ihrer Arbeit zu sehen. Vielmehr sollten Sie die Chancen nutzen, die in einer anonymen Bewertung liegen. Sie haben dann die Möglichkeit, ganz gezielt den Datenschutz in Ihrem Unternehmen zu stärken.

Wie Sie Umfragen umfassend als Mittel der Mitarbeitersensibilisierung einsetzen können, erfahren Sie vertiefend in der neuen Workbook-Reihe von Datenschutzunterweisung kompakt. Mit dieser Praxislösung können Sie auch optimal an den erkannten Schwachstellen Ihres Datenschutz-Programms arbeiten.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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