31. Juli 2008 - Werksspionage verhindern

James Bond lässt grüßen

Mit der Miniaturisierung der digitalen Fotografie ist der Einsatz von Foto-Handys und anderen Aufzeichnungsgeräten wieder sehr interessant für die Industriespionage geworden, was den betrieblichen Datenschutz gefährdet. Auf was ein Unternehmen hier achten sollte und wie es sich schützen kann, auch vor unerwünschten Personenaufnahmen, erfahren Sie hier.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Fast jedes Mobiltelefon verfügt heute über eine leistungsstarke Kamera. Auch digitale Kameras sind so klein, dass man kaum bemerkt, wenn jemand ein Foto macht. Selbst kurze Videosequenzen lassen sich in brauchbarer Qualität heimlich aufzeichnen.

Wertvolle Informationen sind in Gefahr

Solche technischen Spielereien können zu einem Problem werden, wenn Unbefugte heimlich im Labor, in der Versuchsabteilung oder in der Produktion Fotos oder andere Aufzeichnungen von Gegenständen machen, die als Betriebsgeheimnisse einzustufen sind.

Und wenn dabei auch Personen ohne ihr Wissen abgelichtet werden, gibt es noch mehr Schwierigkeiten.

Verbieten Sie am besten den Einsatz von Aufzeichnungsgeräten

Vor diesen Gefahren kann und muss sich ein Unternehmen schützen. Der erste Schritt ist, Besucher, Lieferanten usw. auf das Verbot zur Benutzung von Fotohandy, Kamera und ähnlichen Aufzeichnungsgeräten hinzuweisen. Bei Bedarf sind derartige Geräte am Empfang abzugeben.

Alternativ können Besucher ein Firmenhandy ohne Aufzeichnung nutzen

Notfalls kann das Unternehmen als Ersatz ein Firmenhandy ohne Aufzeichnungsfunktion zur Verfügung stellen.

Möchte man weniger radikal sein, so können Sie die Mitnahme von Kameras und anderen Aufzeichnungsgeräten erlauben, wenn

  • der Besucher auf das Benutzungsverbot hingewiesen wird,
  • der Besucher nur in Begleitung eines Mitarbeiters das Firmengelände betreten kann,
  • die Betriebsleitung die Fotos genehmigt und ein eigener Mitarbeiter die Begleitung übernimmt.

Erstellt der Besucher Fotos von Personen, kommt es auf den Verwendungszweck an. Fotos für den privaten Gebrauch, etwa zur Erinnerung an das gemeinsame Projekt-Meeting in den USA, sind unkritisch, wenn das die Abgelichteten ebenso sehen.

Werden die Personenfotos veröffentlicht, ist eine Einwilligung nötig!

Sollen die Fotos jedoch z.B. in einer Firmenzeitschrift, im Intranet oder gar im Internet erscheinen, ist wegen des Rechts am eigenen Bild besondere Vorsicht geboten. Die Publizierung von Fotos ist in vielen Fällen an die Einwilligung der Betroffenen gekoppelt. Um Ärger zu vermeiden, sollte man also die Einwilligung einholen. Am besten schriftlich, da es so zu keinen Missverständnissen im Nachhinein kommen kann.

Dieter Burgartz

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