9. Februar 2015 - Neue Entwicklungen bei Cloud Computing

Fog Computing: Nach der Wolke kommt der Nebel

Nach Cloud Computing soll nun Fog Computing kommen. Fog Computing bringt Analyse-, Verarbeitungs- und Speicher-Funktionen an den Rand des Netzwerks, so erklären es die Anbieter. Aber was bedeutet das für den Datenschutz?

Fog Computing Fog Computing - ein neuer Baustein im Cloud Computing (Bild: Wavebreakmedia Ltd/Wavebreak Media/Thinkstock)

Datenschutz entscheidend für den Cloud-Erfolg

Gerade im deutschsprachigen Raum kommt die Verbreitung von Cloud Computing nicht sehr schnell voran, da es Bedenken in Bezug auf die Datensicherheit und den Datenschutz gibt. Konzepte, die mehr Kontrolle über die Daten in Aussicht stellen, sind deshalb wichtig. Dazu zählen Lösungen aus dem Bereich

  • Cloud-Verschlüsselung,
  • Cloud-Monitoring und
  • Cloud-Management.

Aber es gibt noch weitere Entwicklungen, die das Cloud Computing beeinflussen könnten und die Sie als Datenschutzbeauftragte oder Datenschutzbeauftragter kennen sollten, wenn man Sie um Rat fragt.

Cloud-Standort muss bekannt sein

Generell ist es wichtig, den Standort der Cloud, in der die personenbezogenen Daten verarbeitet werden sollen, zu kennen. So fordern die Aufsichtsbehörden vor allem transparente, detaillierte und eindeutige vertragliche Regelungen der Datenverarbeitung in der Cloud, insbesondere

  • zum Ort der Datenverarbeitung und
  • zur Benachrichtigung über eventuelle Ortswechsel,
  • zur Portabilität und
  • Interoperabilität.

Genau dieser Speicher- und Verarbeitungsort der Daten erfährt bei dem neuen Konzept Fog Computing gegenüber dem Cloud Computing eine entscheidende Änderung.

Fog Computing verändert die Speicherorte

Der Begriff „Fog“ (englisch für „Nebel“) lehnt sich an den Begriff „Cloud“ (Wolke) an, so erläutert es zum Beispiel Cisco. Während die Cloud für große, zentrale Rechenzentren steht, bezeichnet Fog verteilte Mikro-Recheneinheiten in der Nähe der Endgeräte. Nun klingt eine Nähe zu den Endgeräten erst einmal erfreulich. Denn der Speicher- und Verarbeitungsort der Daten rückt damit wieder in greifbare Entfernung.

Der Hauptgrund für das Konzept des Fog Computing ist aber ein anderer: In Zukunft dürfte der Datentransfer zum entfernten Rechenzentrum und damit zur Cloud einen deutlichen Engpass darstellen, so Cisco. Abhilfe schaffe hier Fog Computing, das eine erste schnelle Analyse der Daten am Rand des Netzwerks erlaubt. Zur weiteren Entlastung der Rechenzentren lassen sich Informationen zwischenspeichern und aggregieren.

  • Übergreifende Auswertungen von Daten aus mehreren Informationsquellen geschehen dann weiterhin in der Cloud.
  • Lokale Entscheidungen werden dagegen über Fog Computing am Rand des Netzwerks getroffen.

Damit stellt sich Fog Computing also als Reaktion auf den Mangel an ausreichender Internetbandbreite dar. Mehr Transparenz hinsichtlich der Speicher- und Verarbeitungsorte der Daten ist damit nicht unbedingt verbunden.

Fog Computing: Kontrolle vieler Speicherorte nötig

Aus Sicht des Datenschutzes bedeutet dies, dass Fog Computing ebenfalls einer klaren Kontrolle der Speicher- und Verarbeitungsorte bedarf. Denn für den Schutz der Daten muss weiterhin klar sein, wo sie gespeichert und verarbeitet werden. Damit die Vorteile von Fog Computing im Sinne einer verteilten Speicherung und Verarbeitung in der Nähe der Endgeräte auch zum Tragen kommen, werden zahlreiche Datenstandorte entstehen, die es zu schützen und zu kontrollieren gilt. Gleichzeitig bleibt die zentrale Verarbeitung in einer Cloud.

Bevor also neue Konzepte wie Fog Computing im Unternehmen zum Einsatz kommen, sollte immer genau überlegt werden, was das für den Datenschutz bedeutet. Die aktuelle Checkliste Fog Computing hilft Ihnen dabei.


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker, ist IT-Fachjournalist und IT-Analyst.

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