27. Mai 2014 - Neue Cloud-Services

Desktop aus der Cloud: Was bedeutet das für den Datenschutz?

Nicht nur einzelne Anwendungen kann man aus der Cloud beziehen, sondern seine komplette Arbeitsumgebung, seinen ganzen Desktop. Für die Mobilität und Flexibilität des Arbeitens ist dies eine schöne Vorstellung, für den Datenschutz aber nur bedingt.

Desktop aus der Cloud Der Desktop aus der Cloud lässt sich auf vielen Geräten anzeigen (Bild: Thinkstockphotos/Greyfebruary)

Nicht nur klassische Desktop-Services

Auch im Datenschutz steckt oftmals der sprichwörtliche Teufel im Detail: So kann es durchaus sein, dass Sie in Kürze von Desktop-Services hören oder Managed Desktop Services, die im Unternehmen eingeführt werden sollen. Das kommt Ihnen dann vielleicht bekannt vor, fast wie ein alter Hut. Doch Vorsicht: Wahrscheinlich geht es nicht um klassische Managed Desktop Services, um die Betreuung des Desktops durch Dritte, wobei die zu schützenden Daten weiterhin auf den internen Systemen liegen. Stattdessen könnte es sich heute um einen neuartigen Cloud-Dienst handeln.

Nicht nur Anwendungen kommen aus der Cloud

Die Cloud als eines der IT-Trendthemen ist schon lange in den meisten Unternehmen eingezogen. Schon seit vielen Jahren gibt es Software as a Software (SaaS), früher gerne auch Software-on-Demand genannt. Doch die Cloud bietet inzwischen weitaus mehr: Unternehmen können Speicherkapazitäten, Rechenleistungen, ja komplette Desktops aus der Cloud beziehen. Das hat zweifellos seine Vorteile.

Wenn der Desktop komplett aus der Cloud kommt

Mobile Mitarbeiter, Beschäftigte im Home-Office oder anderen entfernten Standorten können bei Desktop as a Service oder Desktop aus der Cloud auf die komplette Arbeitsumgebung, mit allen individuellen Anwendungen, Einstellungen und Dateien zugreifen, unabhängig vom eigenen Standort und auf vielen verschiedenen Gerätetypen. Selbst wenn das Tablet die Programme und Konfigurationen, die am Büro-PC laufen, gar nicht bieten kann, dank Cloud kommt der komplette Desktop in gewohnter Form auch auf das Tablet.

Datenübertragung ist nicht das mögliche Problem, sondern die Cloud

In Wirklichkeit laufen die auf dem Tablet angezeigten Anwendungen in der Cloud, die Einstellungen für den Desktop werden auch in der Cloud vorgenommen und gelten für alle angeschlossenen Endgeräte. Auch die Daten sind in der Cloud, im Gegensatz zu den klassischen Managed Desktop Services. Das aber kann zum Problem für den Datenschutz werden, zusätzlich zu den früheren Problemen bei Managed Desktop Services oder einer Fernwartung.

Datensicherheit bei Desktop in der Cloud

Cloud-Lösungen, die Desktop-Services bieten, verschlüsseln und codieren in der Regel den Desktop des Anwenders. Es werden nur die Bildinformationen an das jeweilige Endgerät des Anwenders übertragen. Die Daten verlassen die Cloud nicht. Das bedeutet aber umgekehrt, dass alle Desktop-Informationen und alle Daten in der Cloud sind. Eine Desktop-Sperre am Endgerät ist zwar weiterhin wichtig als Schutz vor unerlaubten Einblicken, aber gleichzeitig muss der Datenschutz in der Cloud stimmen.

Neue Prüfungen für Desktop-Services

Sollen also Desktop-Services in Ihrem Unternehmen eingeführt werden, können Sie nicht einfach auf die früheren Checklisten und Prüfverfahren zurückgreifen, sondern müssen auch an die Datenschutzkontrollen bei Cloud Computing denken. Die aktuelle Checkliste hilft Ihnen dabei.


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Oliver Schonschek,
Diplom-Physiker, IT-Fachjournalist und IT-Analyst

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