11. März 2009 - Die besten freien Datenrettungs-Tools

Datenverlust muss nicht sein (Teil 2)

Daten gehen im digitalen Zeitalter schneller verloren, als einem lieb sein kann. Es reicht ein einfacher Hardwaredefekt der Festplatte, das versehentliche Löschen von Dateien oder eine kleine Ungeschicklichkeit, um wichtige Daten für immer zu vernichten. Für immer? In dieser Folge stellen wir Ihnen weitere kostenlose Helfer vor, die Ihnen im Fall der Fälle schnell und günstig helfen.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Eines vorweg: Sollte es bei Ihnen zu einem Datenverlust kommen, behalten Sie, wie in allen Notfällen, Ruhe, schalten Sie den betroffenen Rechner so schnell wie möglich ab und entfernen Sie den Datenträger. Nur so retten Sie noch vorhandene Daten zügig vor dem Überschreiben.

Installieren Sie die aus dem Internet heruntergeladene Datenrettungsprogramme zudem nicht auf dem beschädigten Laufwerk.

Haben Sie diese Tipps beachtet, ist es Zeit für die Datenretter.

Mediendaten wieder fit machen

Heutzutage sind wichtige Daten nicht unbedingt nur Office-Dokumente, wie etwa Word- oder Excel-Dateien, sondern auch Mediendateien. Auf den großen Festplatten moderner Rechner lagern hunderte, ja tausende von Audio- und Videodateien.

Kommt es zu einer Beschädigung der Festplatte, sind die teuer erkauften MP3-Downloads einfach weg.

Versehentliches Löschen rückgängig machen

Sind die Dateien versehentlich gelöscht worden, hilft die englischsprachige Freeware „DataRecovery“, die Sie unter der Adresse http://tokiwa.qee.jp/EN/DataRecovery_EN.zip aus dem Internet laden können.

Die kleine Software stellt Dateien und Ordner wieder her. Nach einem Scan des betroffenen Laufwerks haben Sie die Möglichkeit, die gelöschten Dateien mit einem Knopfdruck wiederherzustellen.

Doch Mediendateien können nicht nur gelöscht, sondern auch sehr leicht beschädigt werden. Besonders bei der Konvertierung passieren ungewollte Datenverluste, die dazu führen, dass der Film oder die Audiodatei nicht mehr abgespielt werden kann.

Fehlerhaft heruntergeladene Daten retten

Besonders ärgerlich ist es aber, wenn der stundenlange Download plötzlich abbricht und so die Datei unbrauchbar macht. Hier hilft die ebenfalls kostenlose Open Source-Software „DivFix++“. Mit dem Tool sind Sie in der Lage, fehlerhaft heruntergeladene Filme im AVI-Format zu retten.

Die Software schreibt dabei den Index-Part der Datei neu und löscht die zerstörten Stellen, so dass Sie zumindest den größten Teil des Films anschauen können, der nicht beschädigt wurde. Sie bekommen „DivFix++“ unter dem Link http://divfixpp.sourceforge.net/index.php.

Umwandlungsfehler ausbügeln

Sollten Fehler beim Umwandeln der Mediendateien in ein anderes Format entstanden sein, dann hilft in diesem Fall die Freeware „MP3val“, die Sie unter der Adresse http://mp3val.sourceforge.net bekommen.

Die Freeware überprüft MPEG-Audiodateien und andere MPEG-Versionen nach dem Herunterladen oder dem Encoden auf Fehler und ist in der Lage, diese zu reparieren. Dabei entfernt der MP3val Stördateien und kann auch unfertige Downloads oder fehlerhafte Teile ersetzen und so die Datei wieder fit machen.

Wichtige Tags, wie etwa ID3v1, ID3v2 und APEv2 bleiben dabei intakt. Das Programm ist kommandozeilenbasiert, kann aber auch mit einer grafischen Oberfläche genutzt werden, so dass die Bedienung einfacher wird. Leider ist das tolle kleine Tool ebenfalls nur in Englisch verfügbar.

Datenrettung mit Knoppix

Ist der Rechner durch einen Systemcrash verloren, gilt es zu retten, was noch zu retten ist.

Das Mittel zur Wahl ist dabei die Linux-Version Knoppix, bei der es sich um ein lauffähiges Live-System handelt, das von CD/DVD gestartet werden kann.

Die etwa 700 MB große ISO-Datei zum Brennen der bootfähigen Knoppix-CD finden Sie unter der Adresse www.knopper.net/knoppix. Alternativ zum Download finden Sie Knoppix-Versionen auf vielen Heft-CDs von PC-Zeitschriften am Kiosk oder zum Bestellen auf der Knoppix-Seite als fertige CD (4 Euro).

Mit Hilfe von Knoppix können Sie auf Ihren beschädigten Rechner zugreifen und dort wichtige Daten retten. Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  1. Legen Sie die die Knoppix-CD in das Laufwerk Ihres PCs und booten Sie damit. Nach kurzer Zeit erscheint die grafische Knoppix-Oberfläche, die einem Betriebssystem entspricht und ein ähnliches Handling aufweist, wie Sie es von Windows her kennen. Beim Start identifiziert das kostenlose Linux-System die Hardware Ihres Systems und erkennt auch die Festplatten.
  2. Etwas verwirrend ist die Bezeichnung der Laufwerke unter Knoppix. So heißt das erste Laufwerk „hda“, das zweite „hdb“. Wenn Sie die Daten von einem defekten Datenträger kopieren möchten, dann klicken Sie erst einmal das entsprechende Laufwerk an. Es werden nun die darauf befindlichen Dateien und Ordner angezeigt. Jetzt können Sie die gewünschten Daten per Drag and Drop in eine andere Partition oder auf ein externes Laufwerk ziehen.das wars.

 

René Gelin
René Gelin war Redakteur, Projektleiter und Chefredakteur bekannter Computer- und Internet-Zeitschriften und ist seit mehr als zehn Jahren selbständiger Journalist. Er führt die Agentur TimeToPrint Publishing GmbH & Co. KG als Geschäftsführer und betreibt im Internet mit der Deutschen Medizinrechenzentrums GmbH (www.dmrz.de) ein Portal zur Abrechnung von sonstigen Leistungserbringern mit den gesetzlichen Krankenkassen.

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