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Datenschutz-Folgenabschätzung: Virtual Reality

Virtual Reality ist nicht nur ein Thema für die Unterhaltungsindustrie. Es gibt auch schon Anwendungen für den betrieblichen Einsatz. In der virtuellen Welt gibt es jedoch reale Datenrisiken. Daher müssen sich der Datenschutz und der Datenschutzbeauftragte um diese neue Entwicklung kümmern.

Virtual und Augmented Reality: Viel mehr als Entertainment

Virtuelle Realitäten klingen nach Spielwelten und neuen Formen der multimedialen Unterhaltung. Tatsächlich aber haben Entwicklungen wie Virtual Reality (VR), Mixed Reality (MR) und Augmented Reality (AR, Digitale Anreicherung der Wahrnehmung der realen Welt) enormes Potenzial für Unternehmen.

Deutsche Unternehmen wollen bis 2020 knapp 850 Millionen Euro in innovative Anwendungen aus dem VR- und MR-Bereich investieren. Das ergab die Gemeinschaftsuntersuchung „Head Mounted Displays in deutschen Unternehmen [1] – ein Virtual, Augmented und Mixed Reality Check“ von Deloitte, dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und dem Digitalverband Bitkom.

Innovative Anwendungen für Virtual und Mixed Reality können im gewerblichen Bereich wichtige Aufgaben übernehmen. Derzeit sind beispielsweise Brillentypen, die das Sichtbare um zusätzliche digitale Informationen ergänzen, für unterschiedliche Einsatzfelder verfügbar. Das betrifft vor allem die Bereiche

Anwendungsfälle für Unternehmen

Der Verband der Internetwirtschaft eco nennt anschauliche Beispiele für diese Entwicklungen:

Augmented Reality: Analyse von Umgebung und Nutzerdaten

Die Vermischung der Realität und zusätzlicher digitaler Informationen kann zu einem deutlichen Informationsgewinn führen. Darüber hinaus birgt sie Optimierungspotenzial bei betrieblichen Abläufen oder in der Produktentwicklung, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Unkritisch sind Entwicklungen wie VR, AR und MR aber nicht. Zum einen gibt es Studien, die psychologische Folgen für den Nutzer sehen. So haben Wissenschaftler der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eine Liste ethischer Bedenken erstellt, die nach ihrer Ansicht durch virtuelle Realitäten in der Wissenschaft oder im privaten Bereich entstehen. Die Forscher sagen, dass das Eintauchen in eine virtuelle Realität Verhaltensänderungen bewirken könne, die andauern, wenn die Person die VR-Umgebung verlassen hat.

Auch für den Datenschutz hat Virtual Reality Folgen: Wie der eco-Verband beschreibt, blendet Augmented Reality in die Wahrnehmung der realen Welt passgenau digitale Informationen ein. Damit diese Informationen wirklich passgenau sind, werten AR-Anwendungen die Umgebung des Nutzers und weitere Nutzerdaten aus:

Verantwortliche Stelle aufklären, Datenrisiken ermitteln

Das Beispiel „Virtual Reality, Mixed Reality und Augmented Reality“ zeigt, dass in neuen technologischen Entwicklungen Datenschutz-Risiken auftauchen, die nicht direkt auf der Hand liegen.

Simulationen und virtuelle Realitäten scheinen nichts mit der wirklichen Welt des Nutzers und mit seinen Daten zu tun zu haben. Doch die Realität ist eine andere: Die Nutzerdaten liefern die Basis für die passgenauen Erweiterungen der sichtbaren Arbeitswelt.

Bevor solche neuen Technologien zum Einsatz kommen, muss der Datenschutzbeauftragte deshalb eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, wie sie auch die kommende Datenschutz-Grundverordnung [2] (DSGVO) beschreibt. Informieren Sie die verantwortliche Stelle im Unternehmen darüber. Nur so bekommt der Datenschutz auch in Anwendungen der virtuellen Realität seinen Platz.


Download: Information für die Geschäftsleitung „Virtuelle Realität“ [3]


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker (Universität Bonn), Analyst und IT-Fachjournalist im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz. Er ist Herausgeber und Fachautor zahlreicher Fachpublikationen.

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