5. November 2012 - Best Practices im Datenschutz

Werbung: Datenschutz muss kein Spielverderber sein!

Der Datenschutz gilt oftmals als Verhinderer und Spielverderber, wenn es um eine effektive Werbung geht. Personalisierung sei mit dem Datenschutz ja nicht machbar. Doch das stimmt so nicht: Es gibt durchaus Möglichkeiten, personalisiert zu werben und zugleich den Datenschutz zu beachten.

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Mobile Werbung sollte nicht das Gefühl vermitteln, dass der Kunde ausspioniert wird (Bild: Thinkstock)

Datenschutz ist kein Hindernis

„Unsere Werbung könnte viel erfolgreicher sein, wenn dieser Datenschutz nur nicht wäre!“ Diesen Gedanken tragen so manche Werbeverantwortliche im Kopf. Die Folge ist, dass man den Datenschutz als schlecht fürs Geschäft einstuft, Sie als Datenschutzbeauftragten spät oder gar nicht einbezieht, wenn es um neue Werbemaßnahmen geht, oder sogar bewusst versucht, am Datenschutz vorbei zu operieren.

Deshalb ist es so wichtig, dass Sie ganz klar machen: Der Datenschutz ist kein Hindernis, sondern ermöglicht erst Werbung, die beim Kunden wirklich gut ankommt.

Kein Kunde will ausspioniert werden

Gute Werbung hat einen Mehrwert für den Kunden, findet wirklich sein Interesse und vermittelt nicht ein Gefühl wie „Woher wissen die denn, dass ich gerne Tee trinke?“, also ein Gefühl, ausspioniert worden zu sein. Deshalb sollten Nutzerprofile, die die Interessen und Vorlieben enthalten, auch nicht heimlich angelegt werden, sondern so wie der Datenschutz es vorsieht: freiwillig, informiert und unter Beachtung aller Betroffenenrechte.

Profiling mit Datenschutz-Siegel

Es gibt durchaus technische Lösungen, um Inhalte und Werbung zu personalisieren, die die Vorgaben für ein Datenschutz-Siegel wie das von Truste (www.truste.com) erfüllen.

Ein Beispiel ist die Plattform Gimbal (www.gimbal.com). Die Funktionen von Gimbal sind so mächtig, dass Werbefachleute erfreut und Datenschützer zuerst einmal besorgt sein werden. Gimbal nutzt Standortdaten, sammelt die Vorlieben der Kunden im Bereich Web, Apps und Standorte, sendet personalisierte Nachrichten (z.B. Werbung) an die Kunden und wertet die Nutzeraktivitäten aus. Aber es hat trotzdem ein Datenschutz-Siegel bekommen.

Einwilligung ist Trumpf

Der Datenschutz verbietet auch keine der genannten Funktionen, sofern es eine rechtliche Grundlage bzw. eine Einwilligung der Betroffenen gibt. Gimbal zum Beispiel macht dies so:

  • Voraussetzung ist immer ein „Opt-in“ des Nutzers.
  • Der Nutzer kann jederzeit seine Einwilligung zurücknehmen, für spezielle Apps und vollständig.
  • Der Nutzer erhält eine Datenschutzerklärung, die er auf seinem Endgerät auch lesen kann.
  • Personenbezogene Daten auf dem Gerät und bei der Übertragung werden verschlüsselt.
  • Der Nutzer kann zum Beispiel die Ortung jederzeit deaktivieren.
  • Der Nutzer kann seine Daten in der App, auf dem Gerät und auf dem Server des Anbieters löschen.
  • Der Dienst sammelt keine personenbezogenen Daten wie E-Mail-Adressen, eindeutige Gerätekennzeichen oder Telefonnummern.
  • Dies wird insbesondere von Truste mit dem Siegel bestätigt.

Was personalisierte Werbung wirklich braucht

Gimbal kann personalisierte Nachrichten, Inhalte oder Werbung ausliefern, ohne Daten wie die E-Mail-Adresse des Nutzers zu sammeln, denn die Werbung wird zum Beispiel innerhalb der jeweiligen App angezeigt. Wie es der Datenschutz vorschreibt, werden laut Datenschutz-Siegel nur die Daten gesammelt, die der Nutzer freigibt und die der Dienst benötigt.

Fragen Sie Ihre Werbeabteilung doch einmal, welche Daten sie tatsächlich für personalisierte Werbung brauchen. Ein Ausspionieren des Nutzers ist nicht nur vom Datenschutz her verboten, sondern für Werbung auch nicht erforderlich.

Wie halten es die Apps Ihres Unternehmens mit dem Datenschutz? Werden Daten für die Werbung gesammelt? Wenn ja, liegt eine informierte Einwilligung des Nutzers vor? Werden die Daten wirklich benötigt, werden sie nur zweckgebunden genutzt und auch wieder gelöscht? Weitere Fragen finden Sie in der Checkliste:


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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