5. September 2011 - Schadprogramme

Datenklau über die Computer-Maus

In den Köpfen vieler Internetnutzer herrscht eine falsche Vorstellung über Schadprogramme. So glauben die meisten Nutzer zum Beispiel, von Tastatur und Maus könnte keine Gefahr ausgehen. Weit gefehlt, denn Daten lassen sich auch leicht über eine Computer-Maus stehlen. Sorgen Sie deshalb für Aufklärung.

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Selbst Computer-Mäuse lassen sich per Malware missbrauchen, um Daten zu stehlen (Bild: Thinkstock)

Kaum ein Internetnutzer hat noch nichts von Computerviren gehört.

Doch dieses scheinbare Wissen um Schadprogramme oder Malware bedeutet noch lange nicht, dass der Schutz gegen Schadsoftware auch stimmt.

Viele Nutzer sind immer noch zu leichtsinnig

Umfragen, wie sie zum Beispiel der Sicherheitsanbieter Avira durchgeführt hat, zeigen:

  • 25 Prozent der Internetnutzer deaktivieren ihren Virenschutz, da sie glauben, er würde ihren Rechner zu langsam machen.
  • 66 Prozent der Internetnutzer glauben, dass nur bestimmte Arten von Webseiten mit Schadprogrammen verseucht sein können.
  • Jeder zehnte Internetnutzer glaubt, auf einen Virenschutz verzichten zu können.

Zudem denken viele Internetnutzer, Malware sei nur eine Gefahr bei Windows-PCs, nicht aber bei einem Mac oder einem Handy. Auch werden Schadprogramme meistens mit dem Internet in Verbindung gebracht. Die vielen anderen Verbreitungswege wie internes Netzwerk, USB-Schnittstelle oder Bluetooth-Verbindung werden nicht gesehen.

Halbwissen führt zu Unsicherheit

Diese riskanten Zustände kommen von einem „profunden Halbwissen“, das sich bei vielen Internetnutzern gebildet hat, wenn es um Schadprogramme geht. Man glaubt, das Risiko Malware zu kennen; und ein bekanntes Risiko erscheint schon nicht mehr ganz so bedrohlich.

Malware-Schutz heißt auch Mitarbeitersensibilisierung

Als Datenschutzbeauftragter wissen Sie, wie wichtig die Mitarbeitersensibilisierung ist, denn ein technischer Malware-Schutz mit Anti-Viren-Programm reicht leider nicht. Räumen Sie deshalb mit den Malware-Mythen auf und nutzen Sie als Beispiel für die Bandbreite der Malware-Gefahren den Datenklau über die Computer-Maus.


Download:


Selbst Computer-Mäuse können verseucht sein

Vielleicht sind Sie jetzt selbst erstaunt. Die Wege der Malware-Verbreitung sind sehr vielfältig, aber über eine Maus?

Tatsächlich ist selbst das möglich. Wie der Anbieter Netragard kürzlich gezeigt hat, kann sich ein Datendieb auch über eine manipulierte Maus Zugang zu Firmennetzwerk und Computer verschaffen.

So könnte ein Datendieb den Umstand nutzen, dass mit Anschluss und Verwendung einer Computermaus auch eine Software verbunden ist, eine sogennante Firmware, also eine in die Maus eingebettete Software. Im Prinzip können Sie sich das vorstellen wie eine Art Betriebssystem für Computermäuse.

Jede Hardware ist potenziell gefährlich

Anstatt der Maus nur ihre Firmware mitzugeben, könnte ein Datendieb ein spezielles Schadprogramm in die Maus laden, das mit dem Anschluss der Maus an den Computer gestartet wird. Danach kann sich die Malware im Computer austoben, wenn sie nicht erkannt wird.

Eine solche Gefahr besteht natürlich nicht nur bei Computermäusen, sondern auch bei einer Tastatur, ja letztlich bei jeder Hardware, die an ein System angeschlossen wird, das personenbezogene Daten verarbeitet.

Nicht nur geschenkte USB-Sticks sind ein Risiko

Damit wird auch klar, dass nicht nur gefundene oder geschenkte USB-Sticks nicht einfach an den Computer angeschlossen werden sollten. Auch Computermäuse als Werbegeschenk oder als günstiger Einkauf vom Wühltisch können zum Malware-Risiko werden.

Nutzen Sie den Download als Mitarbeiterinformation, um die Gefahr durch Malware ins richtige Licht zu rücken!

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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