20. September 2016 - Sensibilisierung Social Media

Tipps für die Datenschutzschulung: Datenhandel mit Online-Profilen

Der Handel mit Online-Profilen aus sozialen Netzwerken wie Facebook ist keine theoretische Möglichkeit, sondern bereits Realität. Beispiele aus den USA zeigen, wohin die Reise gehen kann, und helfen Ihnen bei der Datenschutz-Unterweisung.

Datenhandel mit Online-Profilen: Bringen Sie Beispiele in der Datenschutzschulung Vorsicht beim Liken: Datenhändler scannen nicht nur Online-Profile, sondern auch Kommentare, Nachrichten, Forum-Einträge etc. (Bild: rvlsoft / iStock / Thinkstock)

Der Datenhandel kann sich die Hände reiben: Soziale Netzwerke liefern viele Informationen, die sich verkaufen lassen. Mit steigender Tendenz: Zwei Drittel (67 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland sind aktive Mitglieder in sozialen Netzwerken.

Soziale Netzwerke sind aus der heutigen Medien- und Kommunikationslandschaft nicht mehr wegzudenken. Einige Ergebnisse dazu aus einer aktuellen Bitkom-Umfrage:

  • 55 Prozent der deutschen Internetnutzer nutzen Facebook.
  • Youtube liegt mit 44 Prozent auf dem zweiten Platz.
  • Das in erster Linie für berufliche Zwecke verwendete Netzwerk Xing nutzen 26 Prozent der Befragten.

Von Datensparsamkeit keine Spur …

Möchten Sie die Mitarbeiter über Risiken aufklären, gibt es ein grundsätzliches Problem, das nicht nur die Datenschutz-Unterweisung erschwert: Solange die beschriebene Gefahr lediglich theoretisch zu sein scheint, also keinen klar ersichtlichen Bezug zum realen Alltag des Einzelnen hat, prallen alle Warnungen und Hinweise ab.

Offensichtlich ist das bei der Aufklärung über soziale Netzwerke der Fall: Von Datensparsamkeit kann keine Rede sein.

Online-Profile: Ein wertvolles Gut

Die Zweckentfremdung oder der Missbrauch der eigenen personenbezogenen Daten in sozialen Netzwerken stufen viele Nutzer als unwahrscheinlich ein. Wer startet schon einen gezielten Online-Angriff gerade auf mein Online-Profil?

Keine Frage: Hier fehlt das Verständnis, wie Social Engineering funktioniert und wie sich Angreifer von den Zugängen der Standardnutzer zu den Administrator-Konten und Manager-Zugängen vorarbeiten.

Von Datendieben und Datenhändlern

Es müssen aber nicht gleich Datendiebe sein, die nach den sozialen Online-Profilen bei Facebook, Twitter & Co. greifen. Soziale Netzwerke sind wertvolles Datenmaterial für Datenhändler. Sie verkaufen die personenbezogenen Daten zur weiteren Auswertung und für personalisierte Werbung weiter. In den USA gibt es einen Datenhandel, der sich auf soziale Netzwerke spezialisiert hat.

Beispiel: Datasift

Wie groß das Interesse an personenbezogenen Daten aus sozialen Netzwerken ist, zeigen Beispiele wie Datasift und das Produkt „Stream for social data“. Das US-amerikanische Unternehmen bietet seinen Kunden umfangreiche Datensammlungen aus sozialen Netzwerken an.

Dazu gehört, um einige Beispiel zu nennen, die Auswertung von

  • Google+ Posts und Seiten,
  • Twitter-Nachrichten,
  • Facebook-Status-Updates,
  • Kommentaren bei YouTube-Videos,
  • Beschreibungen zu Flickr-Bildern,
  • Forum-Einträgen bei Amazon,
  • Wikipedia-Artikeln sowie
  • Posts bei Tumblr und anderen Weblogs.

Datasift sammeln, aggregiert und analysiert die Daten aus Tausenden von Internetquellen, darunter die sozialen Netzwerke. Es bietet seinen Kunden einen standardisierten, einheitlichen Zugriff auf die Daten, Filter- und Berichtsfunktionen sowie neben Echtzeit-Daten auch historische Entwicklungen.

Nur ein Beispiel unter vielen

Dabei ist datasift.com nicht der einzige Social Data Reseller, es gibt Hunderte davon. Verwenden Sie deshalb in Ihrer Datenschutz-Unterweisung die Arbeitshilfe, die über den Datenhandel mit sozialen Online-Profilen aufklärt.


Download: Mitarbeiterinformation Datenhandel


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker, Analyst und IT-Fachjournalist im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz.

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