25. Juli 2011 - Google Chromebook

Cloud Computing durch die Hintertür

Bereits die Anschaffung eines neuen Laptops wie Google Chromebook kann den Eintritt ins Cloud Computing mit sich bringen, mit allen Vorteilen und Risiken. Achten Sie deshalb darauf, dass vor der Entscheidung für neue Hardware die Datensicherheit unter die Lupe genommen wird.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Fast die Hälfte der IT-Entscheider bemängelt Cloud-Sicherheit

Gerade deutsche Unternehmen sehen in Cloud Computing ein mögliches Sicherheitsrisiko. So manche Firma entscheidet sich bewusst dagegen.

Das ist nicht verwunderlich, wenn man z.B. an die möglichen Verfügbarkeitsprobleme bei Cloud Computing denkt. Zudem zeigt eine aktuelle Studie von Trend Micro, dass fast die Hälfte der befragten 1.200 IT-Verantwortlichen in den letzten zwölf Monaten Sicherheitsprobleme mit ihrem Cloud-Dienstleister hatten.

Cloud Computing, nein danke?

Wie sieht die Einstellung Ihres Unternehmens zu Cloud Computing aus? Haben Sie sich vielleicht aus Sicherheits- und Datenschutzgründen erst einmal dagegen entschieden? Dann sollten Sie aber auch sicherstellen, dass das Unternehmen nicht trotzdem und unvorbereitet in das Cloud-Abenteuer einsteigt.

Das kann schnell geschehen, zum Beispiel durch den Kauf eines neuen Notebooks, wie dem Google Chromebook, das seit Kurzem z.B. von Samsung (Samsung XE500C21, Serie 5) angeboten wird.

Google Chromebook bietet viele Vorteile

Der Kauf eines solchen Chromebooks ist ohne Zweifel verlockend:

  • Ein Chromebook braucht nur etwa 10 bis 15 Sekunden, um hochzufahren.
  • Aufwändige Installationen und Setups sind nicht erforderlich.
  • Um die Aktualisierung von Betriebssystem und Anwendungen muss sich der Nutzer ebenfalls nicht kümmern.
  • Eine Sicherheitssoftware, die regelmäßig aktualisiert wird, ist auch schon mit dabei.
  • Backups soll man nicht selbst machen müssen, wenn man den Ideen hinter Google Chromebook folgt.
  • Eine Wiederherstellung der Daten erfolgt auf Knopfdruck, so das Versprechen bei einem Google Chromebook.
  • Die Daten werden automatisch verschlüsselt.

Eigentlich sollten doch alle um Datenschutz und Sicherheit Besorgten nun begeistert sein. Oder etwa nicht?

Google Chromebook bedeutet automatisch Cloud Computing

Tatsächlich laufen viele wichtige und ansonsten aufwändige Prozesse bei einem Google Chromebook automatisch. Automatisch erfolgt dann aber auch der Einstieg ins Cloud Computing:

  • Die wesentliche Anwendung auf dem Chromebook ist der Webbrowser Google Chrome. Fast alle anderen Anwendungen sind webbasiert, lokale Anwendungen bislang kaum verfügbar.
  • Die Daten werden nicht auf dem Chromebook gespeichert, sondern in einer Google Cloud. Das Chromebook ist im Prinzip ein Fenster in die Google Cloud. Die lokal gespeicherten Daten sind minimal.
  • Damit verbunden ist, dass Verlust oder Diebstahl eines Chromebooks kaum zu Datenverlust führt. Allerdings hängt die Verfügbarkeit der Daten von der Verfügbarkeit der Cloud ab.

Mit dem Notebook kommen die Cloud-Computing-Risiken

Wenn also Ihr Unternehmen ein neues Endgerät einführen will oder bereits einführt, sollten Sie nicht nur an die Sicherheitsfragen denken, die sich z.B. bei einem Notebook stellen. Sie sollten ein Endgerät wie ein Google Chromebook im Gesamtzusammenhang sehen:

  • Ein Chromebook bringt die Vorteile, aber auch die Risiken des Cloud Computing mit sich.
  • Die zu schützenden Daten liegen nahezu komplett auf externen Servern, eine Auftragskontrolle nach § 11 BDSG steht an.
  • Wenn alle Daten, Anwendungen und sogar Betriebssystemkomponenten im Internet liegen, besteht eine hohe Abhängigkeit von der Internetverbindung und natürlich vom Cloud-Dienstleister.
  • Die Sicherheit der Passwörter für die Benutzerkonten in der Cloud hat eine enorme Wichtigkeit. Passwörter müssen stark sein, dürfen nicht für andere Anwendungen parallel genutzt werden. Keylogger müssen zuverlässig abgewehrt werden, um Passwortdiebstahl zu verhindern. Erfolgreiche Phishing-Attacken bedrohen nicht nur einzelne Benutzerkonten, sondern letztlich die ganze virtuelle Festplatte in der Cloud.
  • Der Mangel an lokalem Speicher könnte Anwender dazu verführen, vermehrt USB-Sticks und Speicherkarten zu verwenden, die bei Verlust die Daten in Gefahr bringen könnten.

Sie sehen, es gibt kaum Vorgänge in der IT, die nicht Auswirkungen auf die Datensicherheit haben können, auch nicht der Umstieg auf ein Google Chromebook. Prüfen Sie deshalb immer, was es wirklich mit einem neuen Endgerät auf sich hat.

Die aktuelle Checkliste hilft dabei, ebenso die ausführlichen Hintergrundinformationen im WEKA-Praxiswerk „IT-Know-how für den Datenschutzbeauftragten“.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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