18. Juli 2016 - Daten manipulationssicher speichern

Wie Blockchain-Technologie dem Datenschutz helfen kann

Blockchain ist gegenwärtig ein häufig diskutiertes Thema in der IT-Welt. Außerhalb der IT-Abteilung ist es eher unbekannt. Das sollte sich ändern. Denn Blockchain kann etwas für den Datenschutz tun.

Blockchain: Eine Technologier, die auch dem Datenschutz nutzt Die Technologie hilft, Daten manipulationssicher zu speichern (Bild: StockPhotoAstur / iStock / Thinkstock)

Bitcoins sind nicht alles

Blockchain ist derzeit vor allem in Verbindung mit Bitcoins bekannt. Bitcoins als Internet-Zahlungsmittel sind nicht nur für Technik-Begeisterte interessant. Laut einer Bitkom-Umfrage im Sommer 2015 können sich 36 Prozent der Deutschen vorstellen, das digitale Geld zu erwerben oder zu nutzen. 95 Prozent der Finanzexperten sagen allerdings, dass Online-Währungen noch in zehn Jahren ein Nischendasein fristen werden.

Die den Bitcoins zugrunde liegende Technologie hat trotzdem sehr gute Aussichten auf Erfolg: „Die Technologie der Blockchains ermöglicht, Zahlungsvorgänge transparent und dezentral zu erfassen und stößt aktuell bei etablierten Banken und Finanzunternehmen auf großes Interesse“, so Bitkom.

„Möglicherweise werden Bitcoins als eigene Währung weiter in der Nische bleiben, die Idee der Blockchain dahinter aber Einzug in unseren alltäglichen Zahlungsverkehr nehmen und die Digitalisierung der Finanzbranche weiter vorantreiben.“

Was hinter Blockchain steckt

Das Prinzip erklärt Bitkom so:

  • Die Blockchain ist eine Datenbank, die keine zentrale Instanz führt, sondern alle Teilnehmer des Systems.
  • Die Datenbank nimmt sämtliche Transaktionen auf.
  • Alle Teilnehmer können die Datenbank einsehen. So ist es unmöglich, im Nachhinein etwa Zahlungsvorgänge zu manipulieren.

Aus Datenschutzsicht ist dies sehr interessant. Denn Schutz vor Manipulationen brauchen nicht nur Finanztransaktionen, sondern personenbezogene Daten in allen Bereichen.

Blockchain für den Datenschutz

Der IT-Anbieter Acronis hat angekündigt, Blockchain-Technologie für manipulationssichere Datenschutzlösungen zu nutzen. Erstes Ziel ist es, manipulationssichere Datenspeicher zur Verfügung zu stellen mit überprüfbarer Synchronisation und mit Lösungen für Daten-Sharing. Die Technologie kann dabei die Speicherereignisse aufzeichnen, die über verschiedene Beteiligte oder Unternehmen verteilt sind.

Die Technologie sorgt dafür, dass die Daten manipulationssicher sind:

  • Mit Blockchain lassen sich Daten und Transaktionen nur anhand definierter Regeln zwischen den Beteiligten am System aktualisieren.
  • Nach Eingabe neuer Daten ist es nicht mehr möglich, sie zu ändern, ohne dass das im System auffällt (als Abweichung gegenüber der vorhandenen Version bei den Teilnehmern).
  • Die Beteiligten am System müssen alle Änderungen abstimmen und freigeben. Das erhöht den Schutz der Datenintegrität.

Blockchain leistet somit dem Datenschutz gute Dienste. Es hat nicht nur mit Bitcoins zu tun, bei denen viele meinen, gerade Internet-Kriminellen würde diese Bezahlform jenseits der Banken zu schätzen wissen.

Es lohnt sich also, an diesem Thema als betrieblicher Datenschutzbeauftragter dranzubleiben. Informieren Sie am besten auch Ihre Geschäftsleitung mit der Arbeitshilfe.


Download: Information für die Geschäftsleitung: Blockchain-Technologie


Wie Blockchain der Finanzindustrie hilft

Im Finanzsektor ist Blockchain schon im Test, etwa bei Allianz Risk Transfer AG (ART) und Nephila Capital Limited. Der Testlauf demonstrierte, dass digitale, automatisierte Blockchain-Verträge die Transaktions- und Zahlungsprozesse zwischen Versicherern und Investoren deutlich beschleunigen und vereinfachen.

Fällt der menschliche Eingriff weg, der derzeit im gesamten Risikotransferprozess zum Einsatz kommt, fielen auch Schnittstellen-Verluste und das Risiko menschlicher Fehler vollständig weg, so der Testbericht.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker (Universität Bonn), Analyst und IT-Fachjournalist im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz. Er ist Herausgeber und Fachautor zahlreicher Fachpublikationen.

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln