6. Juni 2016 - Datenschutzkonzept

Big Data und Datenschutz: Keine Bedrohung vergessen!

Big Data, das Sammeln und Analysieren riesiger Datenmengen, gehört zu den großen Herausforderungen für den Datenschutz. Entsprechend häufig wird darüber diskutiert. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Betrieb oder Ihr Mandant keine Bedrohungen und Schutzmaßnahmen übersieht.

Big Data erfordert Datenschutzmaßnahmen Big Data weckt bei externen, aber auch bei internen Angreifern Begehrlichkeiten (Bild: mindscanner / iStock / Thinkstock)

Big Data: Großes Thema im Datenschutz

Über die Hälfte der IT-Entscheider in deutschen Unternehmen spricht sich für eine Lockerung der Zweckbindung von personenbezogenen Daten aus. Ihr Ziel ist es, auf Basis der daraus in Big-Data-Projekten gewonnenen Informationen fundierte Entscheidungen zu treffen. Das ergab eine Umfrage unter IT-Entscheidern im Rahmen der Potenzialanalyse „Digital Security“ von Sopra Steria Consulting. Diese Zweckänderung bei erhobenen und gespeicherten Daten gehört zu den typischen Kritikpunkten der Datenschützer.

Aus Sicht der Bundesdatenschutzbeauftragten passen Datensparsamkeit, Zweckbindung und Big Data sehr wohl zusammen. Dabei stellt die Entwicklung von Anonymisierungs- und Pseudonymisierungsverfahren einen wichtigen Beitrag zur Wahrung des Datenschutzes dar. Eine weitere Maßnahme, die der Datenschutz im Fall von Big Data fordert, ist die Verschlüsselung, um den unerlaubten Zugriff auf die Daten und damit unerlaubte Big-Data-Analysen zu verhindern.

So wichtig Maßnahmen wie

gerade bei Big-Data-Projekten sind: Die Datenberge verursachen weitere Gefahren für den Datenschutz, die die Verantwortlichen gern übersehen, wenn sie Datenschutzmaßnahmen planen.

Big Data lockt externe und interne Datendiebe

Zweifellos ist es richtig, bei Big Data an die Risiken zu denken, die durch weitreichende Analysen von Daten entstehen, die eine verantwortliche Stelle zu ganz unterschiedlichen Zwecken erhebt. Und daran, nur solche Big-Data-Analysen zuzulassen, die die Datenschutzvorgaben erfüllen.

Die stetig wachsenden Datenmengen haben zur Folge, dass nicht nur Unternehmen in der Versuchung sind, Daten weiter als zulässig zu analysieren. Auch Internetkriminelle sehen großes Potenzial in Big Data. So machen es die Verfügbarkeit großer Datenmengen über mögliche Opfer und die schnellen Analyseverfahren einfacher, eine gezielte Attacke vorzubereiten. Mit Big Data geht also eine steigende Gefahr für Social Engineering einher.

Unzureichend geschützte Datenberge erleichtern es zudem Innentätern, Daten zu stehlen und zu missbrauchen. Somit gehört auch das steigende Risiko von Insider-Attacken zu den Folgen von Big Data.

Nutzer sensibilisieren!

Big Data hat darüber hinaus psychologische Konsequenzen für den Nutzer, die den Datenschutz gefährden:

  • Die wachsenden Datenberge lassen die Bemühungen um Datensparsamkeit und Datenvermeidung überflüssig erscheinen.
  • Es sieht für den Nutzer so aus, als ob es auf ein paar Daten mehr oder weniger kaum ankommt. Das Internet weiß ja sowieso schon so viel über ihn oder das Unternehmen.

Tatsächlich kann Big Data zu einem unvorsichtigen Verhalten der Nutzer beitragen. Aufgabe des Datenschutzbeauftragten ist deshalb die Datenschutz-Sensibilisierung für Big Data.

Datenschutzkonzept ergänzen

Die Praxis zeigt, dass viele Unternehmen ihr Datenschutzkonzept für Big-Data-Projekte überprüfen und in vielen Fällen erweitern müssen. Nicht nur die im Marketing begehrten Big-Data-Analysen müssen sich innerhalb der zulässigen Schranken bewegen. Auch die steigende Gefahr durch Social Engineering, Insider-Attacken und Nachlässigkeit der Nutzer gilt es zu beachten.

Die Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die ein Datenschutzkonzept für Big Data umfassen sollte.


Download: Checkliste Datenschutzmaßnahmen bei Big Data


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker (Universität Bonn), Analyst und IT-Fachjournalist im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz. Er ist Herausgeber und Fachautor zahlreicher Fachpublikationen.

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