10. Dezember 2008 - Verschlüsselung zwingend

Bewerberunterlagen als Mailanhang

Ein Unternehmen, das Mails mit Bewerberunterlagen von einer Vermittlungsagentur in Empfang nimmt, obwohl die Unterlagen nicht verschlüsselt sind, wirkt an einem Verstoß gegen Datensicherungsvorschriften mit.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Das ergibt sich aus einer Darstellung des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit.

Er hatte eine Vermittlungsagentur kritisiert, die für Arbeitslose Initiativbewerbungen unverschlüsselt versendet.

Nur wenige Unternehmen könnten mit verschlüsselten Anhängen etwas anfangen, so die Agentur

Die Agentur versuchte sich darauf herauszureden, dass weniger als 1 % aller Unternehmen in der Lage sei, Mails mit verschlüsselten Anhängen in Empfang zu nehmen, und solche Mails regelmäßig als Spam aussortiert würden. Der Beauftragte akzeptierte das nicht. Diese Darstellung sei unbewiesen.

Zwar ist für die Verschlüsselung der Absender und nicht der Empfänger verantwortlich. Das hilft dem Empfänger allerdings in der Öffentlichkeit wenig, wenn bekannt wird, dass er solche Mails entgegengenommen und verwendet hat.

Wie steht es in Ihrem Unternehmen?

Jeder DSB sollte deshalb darauf achten, wie in seinem Unternehmen bei Bewerberdaten der Datenschutz garantiert wird. Das Problem stellt sich v.a., wenn innerhalb desselben Konzerns Bewerbungen zwischen Konzernunternehmen weitergeleitet werden.

Quelle: Tätigkeitsbericht Berlin 2007, S. 153–156, http://www.datenschutz-berlin.de/.

Dr. Eugen Ehmann
Dr. Eugen Ehmann ist Regierungsvizepräsident von Mittelfranken (Bayern). Er befasst sich seit über 20 Jahren ständig intensiv mit Fragen des Datenschutzes in Unternehmen und Behörden.

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