16. April 2009 - Datenschutz senkt Kosten

Argumente für mehr Datenschutz, Teil 3

Für einen umfassenden Datenschutz sprechen nicht nur die rechtlichen Vorgaben. Selbst rein finanzielle Überlegungen machen den Datenschutz für Ihr Unternehmen attraktiv. Demonstrieren Sie Ihrer Geschäftsleitung konkret, wie sich mit Datenschutz die internen Kosten senken lassen. Der Vorteil eines automatischen Patchmanagements, das die Systemadministration deutlich entlastet, ist nur ein Beispiel von vielen!

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Datenschutz sorgt für Kosteneinsparungen. Das lässt sich an vielen konkreten Beispielen zeigen (Bild: Thinkstock)

Der Hinweis auf gesetzliche Verpflichtungen und drohende Strafen ist zwar eine Möglichkeit, um sich Gehör für den Datenschutz bei der Geschäftsleitung zu verschaffen. Eine wirkliche Motivation ist er dagegen nicht.

Datenschutz braucht Überzeugungsarbeit

Wenn Sie an der Etablierung einer neuen Datenschutzkultur im Betrieb arbeiten und die gemeinsamen Bemühungen für mehr Datenschutz intensivieren wollen, lohnt es sich, Motivationsfaktoren zu nutzen.

Neben dem Argument, dass Datenschutz zunehmend als Wettbewerbsfaktor gesehen werden kann, und der Tatsache, dass Datenverluste sehr kostspielig sein können, sollten Sie auch das Einsparpotenzial von Datenschutz benennen, denn Datenschutz braucht viel Überzeugungsarbeit.

Nutzen Sie Zeugen

Wenn ein Patch für ein Betriebssystem oder eine andere im Unternehmen weit verbreitete Anwendung verfügbar ist, kommen die Systemadministratoren mitunter ins Rotieren. Fehlerbehebungen müssen umgehend auf alle Systeme verteilt werden, denn meist ist die zugehörige Schwachstelle den Hackern und Computerkriminelle bereits bekannt und könnte aktiv ausgenutzt werden.

Für die Datensicherheit ist deshalb die regelmäßige, am besten automatische Aktualisierung aller installierten Softwareanwendungen und Betriebssysteme entscheidend. Ein automatisches Patchmanagement entlastet die Systemadministration enorm, wenn es einmal installiert ist, und es hilft dem Datenschutz. Ihre Geschäftsleitung kann sich davon gerne bei den Systemadministratoren überzeugen, die ohne Frage den Vorteil bejahen werden.

Strukturierung vereinfacht und spart

Eine Bestandsaufnahme der IT-Systeme und -Verfahren ist nicht nur für den Datenschutz wichtig, sondern hilft ganz gezielt, die interne IT zu strukturieren und zu vereinfachen. Die Transparenz in der IT steigt spürbar an.

Ungünstige Strukturen, fehlende Schnittstellen und Mehrfacherfassungen fallen auf, wenn Sie im Auftrag des Datenschutzes die IT-Verfahren näher betrachten. Gleichzeitig werden so Einsparpotenziale sichtbar. Denn die Datenverarbeitung kann optimiert werden, wenn unvorteilhafte Strukturen und Abläufe einmal erkannt sind

Datenschutzgebote mit positiven Nebenwirkungen

Anders als so manches Medikament hat der Datenschutz erfreulich viele positive Nebenwirkungen.

Pluspunkte:
  • Auch wenn es vordringlich um den Schutz der personenbezogenen Daten geht, steigt auch das Sicherheitsniveau für andere geschäftskritische Daten.
  • Nicht nur Kunden-, Lieferanten- und Mitarbeiterdaten werden geschützt, auch Preislisten, Produktkonzepte und Umsatzpläne können von der höheren Sicherheit profitieren.
  • So hilft der Datenschutz auch der Prävention und Abwehr von Wirtschaftsspionage, deren Anstieg sich in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage wieder einmal beobachten lässt.

Vor Ausfällen besser geschützt

Die für den Datenschutz vorgesehenen Notfallvorsorgemaßnahmen greifen auch in allen anderen Datenbereichen:

  • Ausfälle von geschäftskritischen Systemen werden vermieden, Kosten für eine Wiederherstellung von Daten durch regelmäßige Backups eingespart.
  • Zugriffsregelungen verhindern zudem, dass wichtige Daten versehentlich durch Unbefugte gelöscht oder aus Unwissenheit verändert werden.

Sämtliche geschützte Informationen bleiben vor einer ungewollter Veränderung bewahrt, wenn die Datenschutzkonzepte auch auf andere Sicherheitsbereiche in der IT ausgedehnt werden, meist ohne Zusatzkosten, denn die Sicherheitsappliances und Sicherheitssoftwarelösungen werden in der Regel nicht kostspieliger, wenn man die kompletten Datenbestände schützt. Alleine der Speicherplatz für die Backups wird erhöht, doch dies ist wesentlich billiger als jede Datenwiederherstellung, falls sie überhaupt noch möglich ist.

Hohe Datenqualität …

Die Liste der Nebenwirkungen des Datenschutzes lässt sich noch verlängern:

Um Daten sinnvoll schützen zu können, werden auch Maßnahmen zur Steigerung der Datenqualität ergriffen. Diese wiederrum helfen Unternehmensbereichen wie Vertrieb, Marketing und Service, da sie auf saubere Daten an definierten Stellen zurückgreifen können.

Daten-Dubletten lassen sich nicht nur schwieriger schützen, sie erzeugen auch unnötige Aufwände im Postversand oder in der Akquise. Eine hohe Datenqualität spart somit Kosten und hilft der Datensicherheit.

… und Produktivität

Web Content Filter und Web Application Firewalls vermeiden nicht nur, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefährliche Webseiten besuchen und unsichere Webanwendungen nutzen. Sie steigern auch die Produktivität, weil viele Ablenkungen aus dem Internet bei der betrieblichen Nutzung ausgeschaltet werden.

Unterweisungen zur datenschutzkonformen und richtigen Bedienung von Hard- und Software reduzieren zudem den Schulungsaufwand, der für die generelle Anwendung einer IT-Lösung erbracht werden muss. Die Nutzer werden mit den IT-Lösungen aus Datenschutzsicht vertraut gemacht, erfahren aber gleichzeitig, wie Bedienungsfehler vermieden werden können.

Datenschutz ist also wahrlich kein Selbstzweck, sondern hilft dem gesamten Unternehmen auf dem Weg zum wirtschaftlichen Erfolg und zur gesetzlich geforderten Compliance. Nutzen Sie deshalb die vielfältigen Argumente, um den Datenschutz in Ihrem Unternehmen ein gutes Stück voranzubringen.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek, Dipl.-Phys., ist freier IT-Fachjournalist, Herausgeber des WEKA-Werks „
IT-Know-how für den Datenschutzbeauftragten“ und Autor bei dem WEKA-Werk „Praxishandbuch Datenschutz“.

 

 

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