18. März 2009 - Datenschutz lohnt sich!

Argumente für mehr Datenschutz, Teil 1

Datenschutz ist mehr als eine gesetzliche Pflicht. Kunden und Mitarbeiter achten zunehmend darauf, was mit ihren Daten geschieht. Fehlt das Vertrauen in ein Unternehmen, sinken dessen Absatzchancen deutlich. Machen Sie deshalb Ihre Geschäftsführung aufmerksam: Datenschutz ist ein Wettbewerbsfaktor, nicht nur im Online-Handel.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Nicht nur kritische Kunden fragen sich inzwischen, was mit ihren Daten passiert, die sie im Zuge einer Bestellung oder eines Bezahlvorgangs einem Unternehmen offenbart haben.

Spannungsfeld Internetkriminalität und Datenpannen

Die zahlreichen Meldungen in den Medien über Datenpannen und Datenmissbrauch verunsichern die Kunden zunehmend.

Zusätzlich meldet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Lagebericht zur IT-Sicherheit 2009, dass die immer weiter voranschreitende Professionalisierung der Internetkriminalität Sorge bereitet.

Ein solches Bedrohungsszenario bleibt nicht ohne Wirkung.

Das Online-Vertrauen muss gestärkt werden

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der BITKOM, die anlässlich der CeBIT 2009 vorgestellt wurde, zeigt, dass 16 Millionen deutsche Internet-Nutzer aus Sicherheitsbedenken kein Online-Banking nutzen, 17 Prozent der Internet-Surfer in Deutschland Online-Transaktionen komplett unterlassen und 41 Prozent von ihnen wichtige Dokumente lieber per Post statt Mail schicken.

Nur 20 Prozent der Internet-Nutzer haben nach eigenen Angaben keine Sicherheitsbedenken bei Transaktionen im Web, so das Ergebnis der Umfrage.

 

Aber nicht nur der Online-Handel leidet unter dem Vertrauensverlust in IT-Sicherheit und Datenschutz.

Datenpannen schädigen Firmenimage

Jedes Unternehmen, das sich nicht ausreichend um den Schutz der Daten von Kunden und Mitarbeitern kümmert, riskiert einen massiven Imageverlust.

Der Versuch, einen Datenmissbrauch oder einen ungewollten Datenabfluss zu vertuschen, scheint den betroffenen Unternehmen immer seltener zu gelingen. Das Internet ist sehr transparent, wenn es um Informationen über mögliche Datenskandale geht. Schnell erfahren die Internetnutzer, welches Unternehmen nun wieder Daten im Internet, auf vergessenen Notebooks oder USB-Speicherstiften verlorenen hat.

Das Vertrauen in die Sicherheitsmaßnahmen und den Datenschutz ist für das betreffende Unternehmen aus Sicht der Kunden dahin.

Datenschutz hat zu geringen Stellenwert

In ihrer Studie IT-Security 2008 kommen InformationWeek und Steria Mummert Consulting zu dem Schluss, dass deutsche Firmen den Datenschutz vernachlässigen: Nur 37 Prozent der Unternehmen sichert die Transaktionen ihrer Kunden im Internet ab und nur 36 Prozent verschlüsseln den Austausch von Verbraucherdaten.

Als Grund für die mangelnde Datensicherheit nennen viele Unternehmen den Kostendruck, der in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage wohl nicht geringer werden dürfte.

Es ist jedoch nicht ratsam, den Rotstift gerade bei Datenschutz und IT-Sicherheit anzusetzen. „Technische Schutzmaßnahmen zur Daten- und Informationssicherheit sind besonders wichtig, da Angriffe durch neue und komplexe Techniken zunehmend schwerer zu bekämpfen sind“, so auch der BSI-Präsident bei der Vorstellung des aktuellen Lageberichts zur IT-Sicherheit.

Verdeutlichen Sie den Wirtschaftsfaktor

Vielleicht kennen Sie den Ausspruch „Wer keine Werbung macht, um Kosten zu sparen, könnte ebenso gut die Uhr anhalten, um Zeit zu sparen“.

Mit dem Datenschutz und der Datensicherheit verhält es sich ebenso. Datenschutz ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern stellt einen wirtschaftlichen Faktor dar, einen Imagefaktor, der nicht unterschätzt werden darf.

Richtig deutlich wird dies, wenn mangelhafter Datenschutz zu Datenpannen führt, die unzählige Kunden verschrecken.

Datenschutz als Qualitätsmerkmal für gute Unternehmensführung

Doch Datenschutz hat auch ein positives Gesicht. Denn er erweist sich als Qualitätsmerkmal für eine gute Unternehmensführung, für ein erfolgreiches Unternehmen.

Datenschutzsiegel und Datenschutzerklärungen stärken die Position
  • Erklären Sie deshalb Ihrer Geschäftsführung, dass Datenschutz wirklich etwas für den Umsatz bringen kann, zusätzlich zur gesetzlich geforderten Compliance.
  • Besondere Sicherheitsmaßnahmen lassen sich auch in der Öffentlichkeitsarbeit nutzen und vermarkten.
  • Hohe Standards und ein sorgfältiger Datenschutz sind Gütesiegel, die Ihr Unternehmen den Kunden gut vermitteln kann.
  • Schon heute bieten sich extern zertifizierte Datenschutzsiegel an, um das Kundenvertrauen und das Unternehmensimage zu stärken.
  • Mit einem modernen Datenschutzauditgesetz werden weitere Möglichkeiten geschaffen, mit denen Unternehmen ihre Kunden von ihrer Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit überzeugen können.
  • Nutzen Sie diese Argumente für mehr Datenschutz im Betrieb, denn Datenschutz lohnt sich!


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist

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