9. März 2015 - Betriebssysteme

Android for Work: Mehr Datensicherheit für Endgeräte?

Smartphones und Tablets auf Android-Basis halten zunehmend Einzug in die Unternehmen. Mit der speziellen Betriebssystem-Version Android for Work soll sich zum einen die Datensicherheit erhöhen. Zum anderen verspricht Android for Work einen besseren Datenschutz durch verbesserte Trennung von beruflicher und privater Nutzung. Was ist dran an diesen Punkten?

Android for Work Android for Work verspricht mehr Datenschutz und Datensicherheit im Unternehmen (Bild: LDProd/iStock/Thinkstock)

Android OS bekommt eine Work-Version

Die Sicherheitsanforderungen, die sich bei betrieblich genutzten privaten Endgeräten ergeben, lassen sich bei Android-Geräten vor allem dadurch erfüllen, dass zusätzliche Sicherheitslösungen zum Einsatz kommen. Sie trennen zum Beispiel Daten und Apps in betrieblich und privat genutzte Bereiche. Hier gibt es bereits eine Reihe von Lösungen auf dem Markt. Neu hinzugekommen ist jetzt die Möglichkeit, Android for Work, eine spezielle Android-Version, einzusetzen, die sich ausdrücklich an Unternehmen richtet (https://www.google.com/work/android/ sowie https://www.android.com/work/).

Risiken durch Consumer-Geräte im Unternehmen

Die Diskussion um die Nutzung privater Endgeräte im Unternehmen ist nicht neu. Wahrscheinlich haben Sie selbst bereits mehrfach auf die möglichen Datenschutz-Risiken eines Konzepts wie BYOD (Bring Your Own Device) hingewiesen.

Nicht vergessen werden darf dabei aber, dass auch die Unternehmen selbst Geräte anschaffen, die eigentlich für Privatnutzer gedacht sind. Gerade im Bereich der mobilen Endgeräte setzen viele Unternehmen Lösungen ein, die sich ursprünglich an Privatpersonen gerichtet haben. Aus diesem Grund entsprechen die Sicherheitsfunktionen dann auch meist nicht den Ansprüchen, die ein Unternehmen eigentlich haben sollte.

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Unternehmen greifen vermehrt zu Android-Smartphones

Wie Umfragen und Analysen zeigen, steigt insbesondere die Beliebtheit von Smartphones und Tablets auf Basis des Betriebssystems Android OS, sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatnutzern in Deutschland. Dabei spielt es zweifellos eine Rolle, dass es bei den Android-Geräten eine große Auswahl an Herstellern und Modellen gibt, mit einer hohen Bandbreite an Preisen. Bei mobilen Betriebssystemen wie Apple iOS, BlackBerry OS und auch Windows Phone OS sieht dies deutlich anders aus.

Nicht nur auf aktuelle Betriebssystem-Version achten

Vielfalt bei Android-Geräten gibt es aber nicht nur bei den Herstellern, Modellen und Preisen:

  • Auch die auf den Geräten installierten Betriebssystem-Versionen unterscheiden sich: Ein neues Endgerät hat dabei nicht unbedingt die aktuelle Betriebssystemversion.
  • Zudem besteht bei Android OS das Problem, dass es viele Varianten des Betriebssystems gibt, die oftmals nicht mehr weiterentwickelt und mit Fehlerbehebungen versehen werden. Das ist für Unternehmen, aber auch Einzelnutzer nicht nur schade, sondern bei nicht behobenen Sicherheitslücken in Android OS auch gefährlich.

Vorteile bei Android for Work

Hier kommt Android for Work als eine spezielle Android-Version ins Spiel:

  • Neben der Unterscheidung zwischen Business-Apps und privaten Apps auf dem jeweiligen Smartphone oder Tablet werden die Daten wie Fotos auf dem Gerätespeicher getrennt in Privat und Beruflich. Das vermeidet zum Beispiel, dass die betrieblichen Administratoren die privaten Urlaubsbilder auf dem Smartphone einsehen können.
  • Für das Android-for-Work-Profil lässt sich zudem ein eigener VPN-Zugang einrichten, sodass nur aus dem Work-Profil heraus auf das Firmennetzwerk zugegriffen wird. Außerdem gibt es den speziellen App-Store Google Play for Work, aus dem nur speziell freigegebene Apps zu beziehen sind.

Nicht alle Funktionen bei Android for Work halten, was sie versprechen

Zu den von Google besonders erwähnten Funktionen bei Android for Work zählen auch die vorinstallierten Business-Apps (built-in business apps). Unter Business-Apps versteht Google aber etwas anderes, als es Ihr Unternehmen wahrscheinlich tut: Google meint damit die eigenen Google-Apps für Mail, Kalender, Kontakte und Dokumente. Diese Apps stehen in Verbindung mit den Google-Cloud-Diensten. Wenn also Ihr Unternehmen diese Cloud-Dienste nicht nutzen möchte, sollten die entsprechenden Google-Apps für Android for Work auch nicht zu den eigenen Business-Apps gezählt werden.

Das Beispiel Android for Work zeigt, dass das jeweils genutzte mobile Betriebssystem immer ganz genau betrachtet werden sollte, um unerkannte Auswirkungen auf den Datenschutz zu vermeiden. Nutzen Sie dazu am besten die folgende Checkliste als Arbeitshilfe.


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Oliver Schonschek
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker, ist IT-Fachjournalist und IT-Analyst.

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