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10. Juni 2020

Keine Daten, kein Kredit!?

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Keine Daten, kein Kredit!?
Bild: Casper1774Studio / iStock / Getty Images Plus
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Finanzwirtschaft & Datenschutz
Wer ist kreditwürdig? Das wollen Kreditgeber wissen und erkundigen sich bei Wirtschaftsauskunfteien über die Kreditnehmer. Immer wieder gibt es deshalb Beschwerden – und nun verwarnte der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg (LfDI BW) eine Wirtschaftsauskunftei.

Wer schon einmal einen Kredit beantragt hat, kennt das Verfahren: Kreditgeber erkundigen sich bei Auskunfteien, ob ein bestimmtes Unternehmen oder eine Privatperson den Kredit voraussichtlich zurückzahlen kann.

Streng gehütetes Geschäftsgeheimnis

Die Wirtschaftsauskunfteien werten dafür alle Daten aus, die sie über das Unternehmen oder die Privatperson finden können, und berechnen daraus Wahrscheinlichkeiten.

Welche Regeln liegen diesen Berechnungen über die Kreditwürdigkeit zugrunde? „Das ist ein streng gehütetes Geschäftsgeheimnis“, sagt Dr. Stefan Brink, der baden-württembergische LfDI. „Nicht selten sind das aber veraltete oder falsche Daten. Und auch wenn sich Betroffene beschweren, werden die Daten meistens nicht berichtigt bzw. gelöscht.“

Zahlreiche Beschwerden

Da sich viele Betroffene beschwerten, prüfte der LfDI Baden-Württemberg,

  • wie Auskunfteien die Daten erheben und auswerten
  • und welche Berechnungsverfahren sie für Bonitätsbeurteilungen anwenden.

„Hierbei stellten wir fest, dass Bonitätsbeurteilungen nicht immer anhand konkret vorliegender Daten des jeweiligen Unternehmens vorgenommen wurden“, sagt Brink. „Gerade nicht vorliegende Informationen führten dazu, dass der empfohlene Kreditrahmen niedrig eingestuft wurde.“

Konkret heißt das: Keine Daten, kein Kredit. Denn wenn die Wirtschaftsauskunftei keine Unternehmens- oder Finanzzahlen fand, gab sie nur eine eingeschränkt positive Bewertung weiter – und die Kreditgeber folgten der Empfehlung.

Tatsachen statt Spekulation

Eine Bewertung der Kreditwürdigkeit ist jedoch nur rechtmäßig, wenn sie auf einer ausreichenden und zutreffenden Tatsachengrundlage beruht – das macht der LfDI Baden-Württemberg klar.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass Unternehmen oder Privatpersonen gezwungen sind, ihre Daten gegenüber Wirtschaftsauskunfteien preiszugeben, wenn ihnen sonst eine schlechte Bewertung droht“, mahnt Dr. Stefan Brink.

Auch wenn Auskunfteien ihre „Meinungen“ über die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Personen verbreiten, bedürfe es eines wahren und überprüfbaren Tatsachenkerns. Andernfalls stehe das wirtschaftliche Fortkommen und das Ansehen von unbescholtenen Unternehmen und Privatpersonen auf dem Spiel.

Gebührenpflichtige Verwarnung

Im Rahmen des Prüfverfahrens verwarnte der LfDI eine in Baden-Württemberg ansässige Wirtschaftsauskunftei gebührenpflichtig.

Mehr Informationen:

Elke Zapf
Verfasst von
Elke Zapf
Elke Zapf

ist freiberufliche Kommunikationsexpertin und Journalistin. Ihre Schwerpunkte sind Wissenschaft, Forschung, nachhaltiger Tourismus und Datenschutz.

Sie hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Pressearbeit, Unternehmenskommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation.

Zehn Jahre leitete sie die Hochschulkommunikation der Technischen Hochschule Nürnberg und war Pressesprecherin der Hochschule. Davor leitete sie den Sachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Das journalistische Handwerkszeug lernte sie ganz klassisch bei einem Redaktionsvolontariat direkt nach dem Studium der Politischen Wissenschaften.

Kontakt:

https://www.zapf-kommunikation.de/

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