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Schüller

Eduard Schüller, geboren am 13. Januar 1904 im schlesischen Liegnitz (poln. Legnica), gestorben am 19. Mai 1976 im holsteinischen Wedel, Hochfrequenztechniker. Das frühe Interesse Schüllers an fernmeldetechnischen Fragen wurde offensichtlich durch seinen Vater geweckt, einen höheren Postbeamten, der um die Jahrhundertwende an der Einführung und dem Ausbau des Telefondienstes in Deutschland an wichtiger Stelle mitwirkte.

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Den Besuch des Gymnasiums unterbrach der junge Schüller durch einer Mechanikerausbildung bei der Berliner Firma Mix & Genest, um dann das Abitur nachzuholen und anschließend ein Jahr in einem Konstruktionsbüro zu arbeiten. Im Jahr 1926 schrieb er sich an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg ein, um Elektro- und Fernmeldetechnik zu studieren. Er hörte u.a. Fernmeldetechnik bei Adolf Franke (1865–1940) und Akustik bei Erwin Walter Meyer (1899–1972). Den Abschluss seines Studiums bildete eine Diplomarbeit mit dem Titel „Die magnetische Schallaufzeichnung“, deren experimentel len Teil Schüller am Berliner Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung durchführte.

Seine erste Anstellung nach dem Studium führte den jungen Diplomingenieur zu den Norddeutschen Seekabelwerken in Nordenham, wo er berufliche Erfahrungen bei der Verlegung eines transatlantischen Fernmeldekabels von Emden nach den Azoren gewann. Um seine wissenschaftlichen Arbeiten fortzusetzen, kehrte er bereits 1932 an das Heinrich-Hertz-Institut zurück, wo er sich auf die Entwicklung der Magnettontechnik konzentrierte.

Im Zuge dieser Arbeiten kam er auch mit dem aus Österreich stammenden Fritz Pfleumer (1881–1945) in Verbindung, der schon 1927 vorgeschlagen hatte, anstelle des bis dahin üblichen magnetisierbaren Stahlbandes einen Papierstreifen zu benutzen, auf dem gehärteter Stahlstaub mit Lack fixiert wurde. Die auf dieser Idee basierenden Experimente Schüllers mit dem „Pulverband“, einer frühen Entwicklungsstufe des heutigen Magnetbandes, führten zu vielversprechenden Ergebnissen. Auf seinen sogenannten „Lautschriftträger“ wurde Pfleumer am 31. Januar 1928 ein Patent unter der Bezeichnung „Verfahren zur Herstellung von Stahlpulver“ erteilt, dessen Nutzungsrechte er an die Allgemeine Elektricitäts Gesellschaft (AEG) verkaufte. Seither gilt Fritz Pfleumer als Erfinder des Magnetbandes.

Am 1. August 1933 ging Schüller wohl aus diesem Grunde zur AEG, um seine Forschung in der Magnettontechnik fortzusetzen. Ziel war die Entwicklung eines „Gerätes zur Aufnahme und Wiedergabe von Sprache und Musik“. Während die IG Farben in Ludwigshafen (danach Badische Anilin- und Sodafabrik, BASF) die Entwicklung von Tonbändern auf Kunststoffbasis übernahm, kümmerte sich die AEG um den gerätetechnischen Teil bei der Realisierung des Entwicklungszieles. Einen wichtigen Entwicklungsschritt bedeutete hierbei die Erfindung des „Ringkopfes“ durch Schüller. Sein „Magnetisierungskopf für Längsmagnetisierung von Magnetogrammträgern“ bildete im Dezember 1933 den Auftakt für die Anmeldung der vielen von Schüller eingereichten Patente (insgesamt über 100). Das damals noch schwergewichtige „Magnetophon“ mit Ringkopf konnte Schüller am 16. August 1935 als erstes Tonbandgerät der Welt der interessierten Öffentlichkeit auf der Berliner Funkausstellung pr&au ml;sentieren. Damit ging er als Erfinder des Tonbandgerätes in die Technikgeschichte ein.

Als technischer Direktor der neu gegründeten AEG-Magnetophonfabrik trug Schüller – nicht zuletzt durch seine enge Zusammenarbeit mit Rundfunk und militärischen Stellen – wesentlich zum Siegeszug der Tonbandtechnik bei. Sein erfolgreiches Wirken nahmen jedoch nach Kriegsende mit der vollständigen Demontage „seiner“ Magnetophonfabrik im Jahr 1945 ein jähes Ende.

Um die in der Nachkriegszeit schnell wachsende Nachfrage nach zunächst professionellen Tonbandgeräten zu nutzen, ging Schüller schon bald mit dem Auftrag nach Hamburg, dort eine moderne Fertigungsstätte zu errichten, die insbesondere die Rundfunkanstalten mit den dringend benötigten Tonbandmaschinen beliefern konnte. Nach dem Anlaufen der Serienfertigung von Tonbandgeräten für den privaten Gebrauch und der Verlagerung dieser Fertigung zu Telefunken endete Schüllers Wirken in Norddeutschland. Er ging als Leiter der Grundlagenforschung zurück nach Berlin, wo er sich besonders mit der Aufzeichnung von Bewegtbildern (Video/Fernsehen) befasste.

Zu den weiteren wichtigen Eduard Schüller erteilten Patenten zählen sein Patent von 1953 über das Schrägaufzeichnungsverfahren mit rotierendem Magnetkopf und die 1970 vorgestellte Bildplatte, bei der Fernsehbilder nach einem piezoelektrischen Verfahren abgetastet werden.

http://www.dgpt.org/html/content/biodetail04.htm

http://www.terramedia.co.uk/video/ted_video_disc.htm

http://www.tonbandwelt.de/texte/zkanal.htm

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