Studenten verhandeln mit Facebook-Vertretern
Österreichische Studenten verhandeln am kommenden Montag direkt mit Vertretern von Facebook aus Irland und den USA über anhängige Beschwerden wegen nicht gelöschter Daten. Ziel der Verhandlung sei es, eine „einvernehmliche Lösung“ zu finden.
Die von Facebook gespeicherten Datensätze füllen mehrere Aktenordner (Foto: Dominik Steinmair/ europe-v-facebook.org)
Nachdem im Dezember die irische Datenschutzbehörde einen ersten Bericht zu den Datenschutzbestimmungen von Facebook veröffentlicht hat, verhandeln Studenten von „europe-v-facebook.org“ am kommenden Montag direkt mit Vertretern von Facebook aus Irland und den USA.
22 Anzeigen wegen Verstoß gegen europäische Datenschutzbestimmungen
Der Wiener Student Max Schrems von „europe-v-facebook.org“ hatte im vergangenen Jahr mit einer Analyse der Daten auf Facebook nachgewiesen, dass der Internetanbieter entgegen eigenen Aussagen um die 100 Datensätze von jedem seiner Nutzer speichert.
In 22 Anzeigen wirft die Organisation Facebook vor, wiederholt gegen europäische Datenschutzbestimmungen zu verstoßen.
Kommende Woche werden die Organisatoren und Vertreter von Facebook über eine Einigung verhandeln.
Studenten verhandeln mit Facebook
Max Schrems von europe-v-facebook.org erhofft sich wenig von dem Treffen: „Wir hoffen zwar ein paar mehr Informationen zu bekommen, aber aus demokratischer Sicht ist es absurd, dass ein paar Studenten nun stellvertretend für alle anderen Nutzer mit einem Multi verhandeln sollen“.
Die Organisation wird die Ergebnisse der Verhandlungen auf ihrer Webseite publizieren. Die endgültige Entscheidung über die Beschwerden soll aber bei den zuständigen Behörden liegen. „Nach den direkten Verhandlungen werden wir umgehend einen Antrag auf eine formelle Entscheidung in Irland einbringen“, kündigt Schrems an.
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Aufgrund der bisher unbefriedigenden Erfahrungen in Irland bereite sich die Organisation „europe-v-facebook.org“ auf Klagen in Irland und auf europäischer Ebene vor.
Die EU verfolge diesen Fall genau, so Schrems. So habe die EU-Justizkommissarin Vivian Reding im Rahmen der Präsentation der neuen Datenschutzregelungen den Fall mehrfach zitiert.
01.02.2012 (europe-v-facebook.org/BM)


