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Kundenkarten: Wenn der Wäschekauf zum Striptease wird

Kunden der Wäschefirma Palmers bekommen 30 Euro auf ihre Kundenkarte, wenn sie bei Antragstellung Fragen beantworten wie die nach ihrer Konfektionsgröße oder ob sie lieber sportliche oder raffiniert-verführerische Unterwäsche tragen. Was mit diesen persönlichen Daten passiert, ist unklar formuliert, kritisiert die Zeitschrift Finanztest in ihrer August-Ausgabe. Sechs weitere Anbieter von insgesamt 29 Kundenkarten im Test wurden ebenfalls erhebliche Mängel in ihren Datenschutzregelungen bescheinigt. Nur vier Anbieter halten sich uneingeschränkt an die Gesetze.

Kundenkarten: Wenn der Wäschekauf zum Striptease wird

Oft mit erheblichen Datenschutz-Mängeln: Kundenkarten im Test

Palmers informiert Kunden lediglich darüber, dass ihre Angaben „für Verwaltung, Kundenclub, Kontoführung, Marketing etc.“ genutzt würden. Da fragt man sich natürlich schon, was man unter "etc." zu erwarten hat.

Die vier Anbieter, die im Test die besten Noten in punkto Datenschutz erhalten haben, sind die DeutschlandCard, die Bahn mit ihrem bahn.bonus-Programm, Payback und Yves Rocher.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Finanztest hat insgesamt 29 Kundenkartenprogramme unter die Lupe genommen. Die Stiftung hat dabei Kartenanträge, Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweise daraufhin überprüft, ob sie hinsichtlich der Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe von personenbezogenen Daten den Gesetzen und der aktuellen Rechtsprechung genügen.

Sparen die Karteninhaber tatsächlich?

Für 25 dieser Kundenkarten hat Finanztest zudem untersucht, welche finanziellen Vorteile die Kunden tatsächlich haben.

Und auch hier musste Finanztest zahlreiche Mängel festestellen. Die ideale Kundenkarte sollte sich nämlich nicht nur an die gesetzlichen Datenschutzbedingungen halten, sondern auch kostenlos sein, einen regelmäßigen messbaren Rabatt von mindestens drei Prozent bieten, der schnell mit dem Einkaut verrechnet wird und verständliche Bonusbedingungen haben.

Nur bedingt Ersparnisse möglich

Die Ersparnis lässt laut Finanztest aber oft zu wünschen übrig. Die Kunden von Sinn Leffers müssen für fünf Prozent Rabatt für mehr als 2.000 Euro im Jahr einkaufen. Um die Payback-Prämie „Umhängetasche Fußballfeld“ zu bekommen, muss man zwischen 460 Euro und 4.600 Euro Umsatz gemacht haben, je nachdem, wie viele Punkte die Partnerunternehmen jeweils gutschreiben.

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Händler steigern mit Kundenkarten ihren Umsatz

Für Händler kann sich das Kundenkartenprogramm lohnen: Payback-Kunden steigerten laut der Gesellschaft für Konsumforschung ihren Umsatz innerhalb von drei Jahren Mitgliedschaft um 25 Prozent.

Der ausführliche Test „Kundenkarten“ ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/kundenkarten zu finden.

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