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Pannen nahmen drastisch zu

Datenschutz-Verstöße: Rekordjahr 2009

In 2009 ist die Zahl der Datenschutz-Verstöße um ganze 350 Prozent gestiegen - das ist das Fazit des Projekts Datenschutz. Das Projekt erfasst online Datenschutz-Pannen bei öffentlichen und nicht-öffentlichen Stellen.

Datenschutz-Verstöße: Rekordjahr 2009

Um mehr als ein Drittel stiegen die Datenschutz-Verstöße in 2009 an.

Immer wieder wurden sensible beziehungsweise private Daten von Bürgern oder Kunden ungesichert ins Internet gestellt, soziale Netzwerke ließen Zugriffe auf vertrauliche Mitgliederdaten zu, Finanzdienstleister gaben Tausende von Kundeninformationen unberechtigterweise weiter und Telekomprovider und Webshops schickten private Daten an fremde Personen.

Wiederholt waren auch Ämter und Behörden an den Datenpannen beteiligt, so etwa Stadtverwaltungen, Gemeindeämter, Amtsgerichte und die Bundesagentur für Arbeit, berichtet das Projekt Datenschutz.

Einige "Mehrfachtäter"

Etliche Unternehmen und Organisationen fielen sogar mehrfach auf, so AWD, Kabel Deutschland, die Deutsche Bank, Libri, Kik, die Deutsche Telekom oder die Postbank.

Eine Übersicht über die einzelnen Fälle ist bei projekt-datenschutz.de verfügbar.

350 % mehr Datenschutz-Pannen

Gegenüber dem Jahr 2008 hat das Projekt eine starke Zunahme an Datenschutz-Verstößen festgestellt: Die Gesamtzahl der bekannt gewordenen Vorfälle lag 2009 um rund 350 Prozent über der des Vorjahrs. Der Anstieg über zwei Jahre ist überaus deutlich - für fast jeden Monat wurden erheblich mehr Vorfälle verzeichnet als im Vorjahr.

Vor allem nach dem Sommer kam es zu einer deutlichen Zunahme der Vorfälle. In den letzten vier Monaten des Jahres wurden mit 54 Fällen rund zwei Drittel aller Vorfälle von 2009 verzeichnet. Erst im Dezember entspannte sich die Datenschutzlage wieder.

Datenschutz-Verstöße 2009

Meldepflicht hatte keine Auswirkungen

Die starke Zunahme in der zweiten Jahreshälfte geht nach Meinung der Macher des Datenschutz-Projekts nicht auf die Meldepflicht zurück, die nach den Änderungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) seit September 2009 besteht. Denn die einzelnen Fälle wurden nicht von den verursachenden Unternehmen und Organisationen, sondern meist von den Betroffenen oder von den Medien aufgedeckt.

Auch in 2010 Anstieg der Datenschutz-Verstöße erwartet

Das Projekt Datenschutz rechnet auch in 2010 mit einem Anstieg der Pannen und Missbrauchsfälle, da es bei den Verantwortlichen nach wie vor an Einsicht mangele.

"Das Jahr 2009 war für den Datenschutz kein gutes Jahr", meint Alain Blaes, Geschäftsführer von PR-COM und Initiator von projekt-datenschutz.de. "Der Datenschutzalltag in Deutschland stellt eine traurige Kombination von halbherzigen oder fragwürdigen Gesetzen, unzureichender Kontrolle, privater Sorglosigkeit und dreister Unbekümmertheit dar. Besorgnis erregend ist vor allem, dass sich die Öffentlichkeit an diesen Zustand allmählich zu gewöhnen scheint. Das lässt für 2010 nichts Gutes hoffen."

Quelle: Projekt Datenschutz

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