Document Actions
Europäer fühlen sich allein gelassen

Datenschutz: Allein auf weiter Flur?

Nur wenige Europäer fühlen sich von den Unternehmen gut oder sehr gut über die Nutzung ihrer personenbezogenen Daten informiert. In Deutschland sind es beispielsweise nur 12 %. Vor allem gegenüber sozialen Netzwerken mangelt es an Vertrauen. Das ergab eine Umfrage, die in sieben europäischen Ländern im Auftrag von SafeNet durchgeführt wurde.

Datenschutz: Allein auf weiter Flur?

Datenschutz: Die europäischen Bürger fühlen sich schlecht informiert, nutzen aber andererseits kaum vorhandene Informationsquellen.

Die Datenschutz-Umfrage ließ SafeNet, ein Lösungsanbieter für Unternehmenssicherheit, im Januar 2010 unter fast 400 Befragten durchführen. Angesichts dieser niedrigen Zahl dürfte diese Straßenumfrage nicht repräsentativ sein. Sie zeigt allerdings immerhin Tendenzen.

Mehr als die Hälfte aller Befragten beklagte z.B. einen Mangel an Informationen in Bezug auf die Verwendung von personenbezogenen Daten.

Nur wenige kontrollieren, was mit ihren personenbezogenen Daten passiert

Allerdings gaben weniger als 10 % an, stets zu überprüfen, wie der Schutz der personenbezogenen Daten erfolgt.

Deutschland ist eine positive Ausnahme, denn hier prüfen 26 % aller Befragten vor der Weitergabe ihrer Daten immer zunächst deren Verwendung. Weitere 26 % gaben an, dies zumindest häufig zu tun. In anderen europäischen Ländern wird weniger kontrolliert: Mehr als zwei Drittel aller Europäer lesen sich eigenen Angaben zufolge selten oder nie die Datenschutzrichtlinien durch, bevor sie vertrauliche Informationen weitergeben.

Soziale Netzwerke stehen beim Vertrauen in den Datenschutz an letzter Stelle

Auf die Frage, wie viel Vertrauen sie in sechs verschiedene Unternehmensarten in Bezug auf den Schutz personenbezogener Daten hätten, gaben die Europäer ein einheitliches Bild ab, denn Social Networking-Websites wurden durchweg negativ bewertet. Die Daten-Skandale der vergangenen Monate dürften wesentlich zu dieser schlechten Beurteilung beigetragen haben. 

Auf einer Skala von 1 (vollstes Vertrauen) bis 5 (überhaupt kein Vertrauen) schnitten Social Networking-Webseiten mit durchschnittlich 4,09 Punkten am schlechtesten ab, gefolgt von Telekommunikationsanbietern mit 3,50 Punkten und eCommerce-Unternehmen mit 3,26 Punkten.

Interessanterweise erhielten Ärzte/Krankenhäuser hier mit 1,94 Punkten die beste Bewertung, gefolgt von Banken mit 2,02 Punkten und Behörden mit 2,30 Punkten.

Nachbesserungsbedarf auch beim Datenschutz der Banken

Obwohl Banken in allen Ländern zu den vertrauenswürdigsten Unternehmen zählten, sahen viele der Befragten (36 %) durchaus dringenden Nachbesserungsbedarf beim Schutz von personenbezogenen Daten und Kontodaten im Bankwesen. In Schweden und Italien forderte etwa jede zweite befragte Person einen besseren Datenschutz durch die Banken, während diese Forderung in Frankreich nur von 22 % der Befragten geäußert wurde.

Dabei ist der Wunsch nach besserem Datenschutz anscheinend nicht auf mangelnde Informationen zurückzuführen. Denn drei von vier Befragten wussten zumindest im Wesentlichen darüber Bescheid, auf welche Sicherheitsmaßnahmen die eigene Bank zum Schutz von Kundendaten setzt. Insbesondere in Deutschland kennen sich die Kunden vergleichsweise sehr gut mit den Sicherheitsmaßnahmen ihrer Banken zum Schutz von personenbezogenen Daten aus. So konnten 70 % der Befragten einige dieser Maßnahmen aufzählen, während in Frankreich nur 14 % dazu in der Lage waren. 

Es herrscht große Unsicherheit beim Datenschutz

„Diese Straßenumfrage zeigt, dass es bei den Bürgern offensichtlich eine große Unsicherheit in Bezug auf den Datenschutz gibt. Die Menschen möchten sich einerseits nicht durch komplizierte Datenschutzrichtlinien kämpfen, andererseits sind sie sehr daran interessiert, dass ihre personenbezogenen Daten gut geschützt sind“, sagt Ansgar Dodt, Director Sales EMEA bei SafeNet.

Kunden würden bei Datenschutz-Verstößen Anbieter wechseln 

Würde ein Unternehmen ihre persönlichen Daten verlieren, würde mehr als die Hälfte der Befragten nach eigenen Angaben sofort die Geschäftsbeziehungen mit diesem Unternehmen abbrechen, in Großbritannien sogar 70 Prozent. Weitere 30 % würden die Polizei, eine Verbraucherschutzorganisation oder beides einschalten, und 14 % würden sogar rechtliche Schritte einleiten. In Deutschland würde sich rund ein Drittel der Befragten an eine Verbraucherschutzorganisation wenden, etwa doppelt so viele wie im europäischen Durchschnitt.

Quelle: SafeNet

Diesen Artikel bookmarken bei...
Mister Wong del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena oneview Yahoo MyWeb BlinkList YiGG Webnews

 
GoogleAdsense
Datenschutz PRAXIS Toolbar

Erreichen Sie Datenschutz PRAXIS von jeder Webseite mit einem Mausklick!

gratis Download…