Authentifizierung
Prüfen Sie die Möglichkeiten der Zwei-Faktor-Authentifizierung
Die Gefahren durch zu schwache Passwörter sind zwar vielen bekannt, aber die Vergesslichkeit und Bequemlichkeit siegen trotzdem oft über die Passwortrichtlinie. Durch Einführung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung bekommen Passwörter einen starken Partner bei der Identitätskontrolle. Die Möglichkeiten für eine starke Authentifizierung sind sehr vielfältig, doch die Fehlerquellen ebenso.
Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung kommen 2 Merkmale zum Einsatz.
Es mag ein Zeichen für wirkliche Erholung sein, doch leider haben viele Rückkehrer aus dem Urlaub ihre betrieblichen Passwörter vergessen.
Das große Vergessen
Davon können Administratoren ein Lied singen, die die Passwörter zurücksetzen dürfen, um eine Weiterarbeit nach dem Urlaub zu ermöglichen.
Doch manche Mitarbeiter haben das Passwort nicht vergessen, da es wirklich einfach zu merken ist. Andere haben sich einen Spickzettel in die Schreibtischschublade gelegt. Komisch, der Inhalt der Schublade sieht plötzlich so unordentlich aus, bemerken sie dann vielleicht.
Das Durchsetzen der Passwortrichtlinie ist ohne technische Kontrolle der Einhaltung fast zum Scheitern verurteilt.
Wissen, Besitz und Merkmale
Zusätzlich zu der Prüfung der Passwortrichtlinie können weitere Verfahren die Identitäts- und Zugriffskontrolle sicherer machen.
Die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung kombiniert das Wissen (zum Beispiel Passwort) mit dem Besitz eines eindeutig identifizierbaren Gegenstandes (zum Beispiel Hardware-Token, spezieller USB-Stick oder Smartcard) oder mit einem persönlichen Merkmal des Anwenders (insbesondere Biometrie).
Das Erraten oder Knacken eines schwachen Passworts reicht dann nicht mehr aus, um die Identität eines anderen vortäuschen zu können.
Wann sich die Zwei-Faktor-Authentifizierung lohnt
Der Hardware-Token oder die Sensoren zur Prüfung der biometrischen Merkmale wie Fingerabdruck, Iris oder Gesicht bedeuten natürlich zusätzliche Kosten und einen Aufwand bei der Einführung und späteren Anwendung.
Auch wenn man aus Perspektive der Sicherheit geneigt ist, diese Form der Authentifizierung überall zu fordern, wird dies sicherlich auf Ablehnung stoßen.
Für bestimmte Einsatzmöglichkeiten (zum Beispiel Zugriff auf sensible Daten, Auswertung von Systemprotokollen) und Benutzer, wie die Administratoren, lassen sich die Kosten jedoch leicht begründen, wenn man sie mit dem möglichen Schaden vergleicht, der ohne eine sichere Identitätskontrolle auftreten kann.
| Wenn es also um die Einführung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung geht, sollten Sie prüfen |
|---|
|
Einmalpasswörter muss man sich nicht merken
Eine weitere Möglichkeit, die beiden Sicherheitsfaktoren Wissen und Besitz zu vereinen, sind für jeden Benutzer individuelle Hardware-Token, die in kurzen Zeitabständen regelmäßig neue Passwörter generieren.
Der Anwender kennt seinen Benutzernamen, hat den Token und dieser liefert dann das Einmalpasswort, das sich niemand merken muss.
Doch damit sind die Möglichkeiten der Zwei-Faktor-Authentifizierung immer noch nicht ausgeschöpft.
Die Qual der Wahl
Auf dem Markt werden ergänzend zu den bekannten biometrischen Merkmalen Fingerabdruck, Iris und Gesicht auch Systeme angeboten, die Verhaltensmerkmale prüfen, insbesondere die digitalisierte persönliche Unterschrift, die auf eine Art Touchscreen gegeben werden muss, oder auch die Analyse des persönlichen Tippverhaltens.
Weitere Verfahren ergänzen Benutzername und Passwort um die aktuelle IP-Adresse (Prüfung gegen einen hinterlegten Aufenthaltsort), die Parameter des eingesetzten Computers (Prüfung gegen hinterlegte Werte), spezielle Passwortkarten nach Art des Kreuzworträtzels oder zusätzliche Antworten auf persönliche Fragen, die die Identität belegen sollen.
Hier wird schnell deutlich, dass es auch bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung um eine sichere Speicherung und Übertragung der Identitätsmerkmale gehen muss, damit diese nicht gestohlen werden können.
| Auf Fallstricke achten |
|---|
|
Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

